Julius von Haast

Geologe, Paläontologe, Museumsgründer (1822-1887)

Markus Kirschbaum (Koblenz)

Julius von Haast, Porträt. (Canterbury Museum New Zealand)

Mit­te des 19. Jahr­hun­derts war Neu­see­land ei­ne kaum be­kann­te Dop­pe­lin­sel am En­de der Welt. In die­ser Pio­nier­zeit nah­men ei­ni­ge Män­ner das Wag­nis auf sich, die­se zu er­schlie­ßen. Ei­ner von ih­nen war Ju­li­us von Haast. Der na­tur­wis­sen­schaft­lich und mu­sisch hoch be­gab­te Bon­ner be­trat sein For­schungs­feld eher zu­fäl­lig. Als Re­prä­sen­tant ei­ner bri­ti­schen Fir­ma soll­te er die Le­bens­be­din­gun­gen deut­scher Sied­ler in Neu­see­land prü­fen. Von da an wur­de ihm die Er­for­schung des Lan­des ei­ne Pas­si­on. Er lei­te­te die ers­te geo­lo­gi­sche Un­ter­su­chung der Pro­vinz Can­ter­bu­ry im Os­ten der Süd­in­sel und grün­de­te das Can­ter­bu­ry Mu­se­um in Christ­church. Bis heu­te hal­ten die dank­ba­ren Neu­see­län­der ih­ren Staats­geo­lo­gen Ju­li­us von Haast, der trotz sei­ner lan­gen Ab­we­sen­heit die Bin­dun­gen zu sei­ner rhei­ni­schen Hei­mat nie ab­rei­ßen ließ, in Er­in­ne­rung.

Jo­hann Franz Ju­li­us Haast wur­de am 1.5.1822 in Bonn ge­bo­ren. Sein Ge­burts­haus in der Bonn­gas­se lag schräg ge­gen­über der Na­men-Je­su-Kir­che. Sei­ne El­tern, der Schnei­der und Lot­te­rie­ein­neh­mer Mat­thi­as Haast (1784-1852) und sei­ne Frau An­na Eva Theo­do­ra, ge­bo­re­ne Rüth (1788-1853), stamm­ten eben­falls aus der Beet­ho­ven­stadt. Von den neun Kin­dern der Fa­mi­lie star­ben fast al­le früh. Den ur­sprüng­li­chen Ruf­na­men Jo­hann än­der­te Haast spä­ter in Ju­li­us.

Bis Herbst 1835 be­such­te er das heu­ti­ge Beet­ho­ven-Gym­na­si­um in Bonn, das er nach der Quin­ta ver­ließ, um an die Hö­he­re Bür­ger­schu­le in Köln (heu­te Gym­na­si­um Kreuz­gas­se), zu wech­seln, die er nach der Se­c­un­da ver­ließ. Ein Ab­schluss an die­ser Schu­le nach der Pri­ma hät­te da­mals nicht zu ei­nem Uni­ver­si­täts­stu­di­um be­rech­tigt. In sei­nem Le­bens­lauf, den Haast sei­nem Pro­mo­ti­ons­an­trag 1862 an der Uni­ver­si­tät Tü­bin­gen bei­leg­te, gab er nicht nur sein Ge­burts­jahr mit 1824 an, son­dern schön­te auch sei­ne Schul­lauf­bahn. Da­nach be­such­te er das Bon­ner Gym­na­si­um bis zur Se­c­un­da und die Hö­he­re Bür­ger­schu­le bis zur Pri­ma, um dann in Bonn zwei Jah­re lang Na­tio­nal­öko­no­mie, Che­mie, Mi­ne­ra­lo­gie und Geo­lo­gie zu stu­die­ren. Er war je­doch nie in Bonn im­ma­tri­ku­liert, die zwei „Stu­di­en­jah­re“ wa­ren der Ver­such, ei­ne zwei­jäh­ri­ge Leh­re bei ei­ner un­be­kann­ten Fir­ma zu ka­schie­ren, die mög­li­cher­wei­se mit Che­mi­ka­li­en han­del­te. In die­ser Zeit sam­mel­te Haast wahr­schein­lich Mi­ne­ra­li­en und hör­te öf­fent­li­che Vor­le­sun­gen über Mi­ne­ra­lo­gie und Geo­lo­gie. Wo­mög­lich wa­ren es all­ge­mein­bil­den­de Vor­trä­ge des Bon­ner Ober­berg­haupt­mann­s Hein­rich von De­chen, denn Haast be­nann­te spä­ter ei­nen Berg­gip­fel nach ihm. Be­kannt mit­ein­an­der wa­ren die bei­den Män­ner nicht. Viel­leicht ver­such­te Haast, sich in die­ser Zeit Kennt­nis­se der Berg­bau­tech­nik an­zu­eig­nen.

Nach der Leh­re ging er auf Rei­sen. 1842 wur­de er in der wal­lo­ni­schen Stadt Ver­viers Mit­glied der Frei­mau­rer­lo­ge Phil­adel­phia des Grand Ori­ent de Bel­gi­que, wo er 1843 zum Meis­ter er­nannt wur­de. Die­se Lo­ge ver­ließ er, als er in Frank­furt a. M. am 23.9.1844 der Lo­ge Zur Ei­nig­keit bei­trat. In der Main­me­tro­po­le such­te er wohl um ei­ne Ar­beits­er­laub­nis nach. Hier tauch­te der mu­si­sche Bon­ner in die in­tel­lek­tu­el­le Sze­ne der Soi­rées und Sa­lons ein. Bei ei­ner sol­chen Ge­le­gen­heit lern­te er ver­mut­lich sei­ne Frau ken­nen: Am 26.10.1846 ehe­lich­te er in Frank­furt An­to­nie Au­gus­te Ca­ro­li­ne Schmitt (1825-1859), Toch­ter des Pia­nis­ten und Kom­po­nis­ten Aloys Schmitt (1788-1866) aus Er­len­bach am Main. Am 18.11.1846 er­hielt Haast das Frank­fur­ter Bür­ger­recht und schied aus dem preu­ßi­schen Un­ter­ta­nen­ver­band aus.

Die nächs­ten Jah­re wa­ren für das Paar ei­ne un­ste­te Zeit. Zu­nächst be­trieb Haast mit ei­nem Com­pa­gnon ei­nen Sei­den­han­del. Nach­dem die Fir­ma 1850 auf­ge­löst wur­de, führ­te er ein Han­dels­ge­schäft auf der Main­zer Land­stra­ße 45. Am 10.1.1848 war be­reits der Sohn Mat­thi­as Ro­bert zur Welt ge­kom­men. Es ist un­be­kannt, wo­mit Haast sei­nen Le­bens­un­ter­halt bis 1857 be­stritt, ei­ni­ges spricht für ei­ne An­stel­lung bei der Jü­gel´schen Buch­hand­lung, die haupt­säch­lich Rei­se­li­te­ra­tur ver­leg­te.

Es war wohl auch die Jü­gel´sche Buch­hand­lung, die 1857 den Auf­trag er­hielt, das zwei­bän­di­ge Werk von Charles Flin­ders Hurst­house (1817-1876) „New Ze­a­land, or Ze­a­lan­dia, The Bri­tain of the Sou­t­h“ in deut­scher Über­set­zung zu ver­le­gen. Der Über­set­zungs­auf­trag ging an Ju­li­us Haast, der das Werk auch fer­tig­stell­te, ei­ne ge­druck­te deut­sche Ver­si­on nach­weis­bar ist je­doch nicht nach­weis­bar. Mög­li­cher­wei­se war es die­se Über­set­zungs­leis­tung, wel­che die bri­ti­sche Ree­de­rei Wil­lis, Gann & Co., die Aus­wan­de­rer nach Neu­see­land brach­te, auf Haast auf­merk­sam mach­te. 1858 er­teil­te sie ihm ei­nen Re­cher­che­auf­trag. Haast soll­te Aus­wan­de­rungs­wil­li­gen aus Deutsch­land die Be­din­gun­gen in Neu­see­land ver­deut­li­chen. Um sich ein Bild von den ört­li­chen Zu­stän­den zu ma­chen, muss­te Haast nach Neu­see­land rei­sen. In ei­ner Art Nacht- und Ne­bel­ak­ti­on ver­ließ er Deutsch­land und er­reich­te am 21.12.1858 an Bord des Seg­lers „Eve­ning Star“ Auck­land auf der Nord­in­sel Neu­see­lands. Zu­rück in der Hei­mat ließ er sei­ne Frau, die ein Jahr spä­ter starb, so­wie sei­nen Sohn, der dann bei den Gro­ß­el­tern Schmitt auf­wuchs. Erst 1886 soll­te er ihn wie­der­se­hen.

Mit der An­kunft in Neu­see­land be­gann für Ju­li­us Haast ein neu­er Le­bens­ab­schnitt. Ei­nen Tag nach sei­ner An­kunft er­reich­te die ös­ter­rei­chi­sche Fre­gat­te „No­va­ra“ aus Sid­ney kom­mend Auck­land. Im Auf­trag Erz­her­zog Ma­xi­mi­li­ans (1832-1867) führ­ten die Wis­sen­schaft­ler ei­ne er­d­um­span­nen­de Ex­pe­di­ti­on durch. Die Pu­bli­ka­ti­on der wis­sen­schaft­li­chen Er­geb­nis­se, wel­che die Kennt­nis­se auf den Ge­bie­ten des Erd­ma­gne­tis­mus, der Bo­ta­nik, der Zoo­lo­gie und der Völ­ker­kun­de ver­mehr­ten, wur­de zu ei­nem Best­sel­ler. Au­ßer­dem be­rei­cher­te das Ma­te­ri­al die ös­ter­rei­chi­schen Mu­se­en, be­son­ders das Na­tur­his­to­ri­sche Hof­mu­se­um in Wien. An Bord war auch der Ess­lin­ger Geo­lo­ge Fer­di­nand von Hoch­stet­ter (1829-1884). Der bri­ti­sche Gou­ver­neur von New South Wa­les in Aus­tra­li­en, Sir Wil­liam De­ni­son (1804-1871), such­te im Auf­trag der Re­gie­rung Neu­see­lands ei­nen Geo­lo­gen, der ein Koh­le­vor­kom­men bei Auck­land be­gut­ach­ten soll­te und frag­te bei dem Kom­man­dan­ten der „No­va­ra“, Bern­hard Frei­herr von Wüller­storf-Ur­bair (1816-1883) nach, ob er ei­nen Wis­sen­schaft­ler da­für ab­stel­len kön­ne. Die Auf­ga­be fiel an Hoch­stet­ter.

Am Abend der An­kunft des Schif­fes wur­den die Of­fi­zie­re und Wis­sen­schaft­ler in das Haus des be­kann­ten Ber­li­ner Ho­möo­pa­then Dr. Karl Fi­scher (ge­stor­ben 1893) ein­ge­la­den, der kurz zu­vor in Auck­land ein Hos­pi­tal und Dis­pen­sa­to­ri­um er­öff­net hat­te. Bei die­sem ge­sell­schaft­li­chen Er­eig­nis war auch Haast an­we­send, für den der Ber­li­ner Arzt die ers­te An­lauf­sta­ti­on in Neu­see­land war. Hoch­stet­ter und Haast lern­ten sich hier ken­nen. Dar­aus er­wuchs ei­ne le­bens­lan­ge Freund­schaft, die nach dem Tod der Män­ner von ih­ren Wit­wen fort­ge­führt wur­de. Ob­schon bei­de Män­ner von höchst un­ter­schied­li­chem Cha­rak­ter wa­ren, fan­den sie über die ge­mein­sa­me Mut­ter­spra­che schnell Draht zu­ein­an­der. Hoch­stet­ter war ein akri­bi­scher Ana­ly­ti­ker von aka­de­mi­scher Wür­de, Haast hin­ge­gen be­wahr­te sich Zeit sei­nes Le­bens ein jun­gen­haf­tes, en­thu­si­as­ti­sches Ge­müt und war eher ein drauf­gän­ge­ri­scher Ent­de­cker, ein Mann der Tat.

Als Hoch­stet­ter Haast frag­te, ob er ihn auf sei­ner Ex­pe­di­ti­on be­glei­ten wol­le, zö­ger­te die­ser kei­ne Se­kun­de. Auf die­se Wei­se konn­te er die nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen für sei­ne Ar­beit­ge­ber sam­meln. Be­son­ders aber reiz­te ihn das Aben­teu­er ei­ner Ent­de­ckungs­rei­se. Ge­mein­sam mit sei­nen Brü­dern im Geis­te, die sei­nen Ge­schmack und sei­ne Spra­che teil­ten, woll­te er die Na­tur Neu­see­lands er­kun­den und die Kul­tur der Mao­ri er­for­schen.

In die­ser Zeit war es durch­aus üb­lich, dass die Re­gie­rung Neu­see­lands deut­schen und ös­ter­rei­chi­schen For­schungs­ex­pe­di­tio­nen be­son­de­re Pri­vi­le­gi­en ein­räum­te. Die Ge­lehr­ten vor Ort wa­ren be­gie­rig auf die Er­geb­nis­se, denn es la­gen kei­ne In­for­ma­tio­nen in der Spra­che der Wis­sen­schaft, die da­mals Deutsch war, vor. Eng­li­sche Über­set­zun­gen deutsch­spra­chi­ger For­schungs­er­geb­nis­se wur­den oft­mals im Sin­ne bri­ti­scher In­ter­es­sen ver­färbt. At­mo­sphä­risch hat­ten die Deut­schen den Vor­teil, dass sie kein In­ter­es­se an Neu­see­land als Ko­lo­nie hat­ten. Ihr aus­schlie­ß­lich wis­sen­schaft­li­ches In­ter­es­se be­ding­te auch, dass sie die Er­laub­nis er­hiel­ten, die Ta­pu, die hei­li­gen Or­te der Mao­ris, auf­zu­su­chen. Da­durch wur­de die Kul­tur der Ur­ein­woh­ner aus ei­ner ei­gen­stän­di­gen und ver­gleichs­wei­se er­fri­schen­den Per­spek­ti­ve do­ku­men­tiert.

Am 28.12.1858 setz­te sich die Ex­pe­di­ti­on Rich­tung Sü­den in Marsch. Der Weg führ­te über die Ort­schaft Dru­ry zum Tau­po­see, dann wie­der nörd­lich zu der gran­dio­sen Vul­kan­land­schaft um den Ro­to­rua­see, um ent­lang der Bay of Ple­nty über die Halb­in­sel Co­ro­man­del wie­der Auck­land zu er­rei­chen. Be­reits zu Be­ginn der Fahrt lern­te Haast den Ur­wald Neu­see­lands ken­nen. Die ihm fast ur­zeit­lich er­schei­nen­de Ve­ge­ta­ti­on fas­zi­nier­te ihn so­fort. Er er­kann­te wäh­rend die­ser ers­ten Er­fah­run­gen mit der Wild­nis, dass er auf­grund sei­ner ro­bus­ten Kon­sti­tu­ti­on so­wie sei­ner Nei­gung zum Aben­teu­rer gut mit den Um­stän­den zu­recht­kam.

 

Nach­dem die Ex­pe­di­ti­on Auck­land wie­der er­reicht hat­te, setz­te sie am 3.8.1859 auf dem Damp­fer „Lord Ash­ley“ auf die Süd­in­sel über, wo Hoch­stet­ter im Auf­trag der Han­dels­kam­mer der Pro­vinz Nel­son Gold- und Kup­fer­vor­kom­men be­gut­ach­ten soll­te. Wäh­rend die­ser sei­ner Mis­si­on nach­ging, un­ter­nahm Haast mit ei­ni­gen Ge­fähr­ten Ex­kur­sio­nen zum Queen Char­lot­te Sound und zum Wairauf­luss. Ge­mein­sam mit Hoch­stet­ter be­such­ten sie den Ao­r­e­re­fluss in der Nä­he von Col­ling­wood auf der nord­west­li­chen Spit­ze der Süd­in­sel. Da­bei be­sich­tig­ten sie ei­ne Höh­le, die in gro­ßer Zahl Mo­a­kno­chen ent­hielt. Die Mo­as (Mao­ri: Gans) wa­ren Lauf­vö­gel (Di­n­or­ni­t­hi­for­mes), wel­che be­reits vor der An­kunft von Ja­mes Cook (1728-1779) 1769 aus­ge­stor­ben wa­ren. Die grö­ß­ten Ar­ten wa­ren über zwei Me­ter groß. Haast soll­te für die Er­for­schung die­ser Rie­sen­vö­gel in die An­na­len ein­ge­hen. Da Hoch­stet­ter ein­ge­spannt war, barg Haast mit ei­ni­gen an­de­ren in drei Ta­gen und Näch­ten Mo­a­kno­chen drei­er ver­schie­de­ner Ar­ten aus der Höh­le. Auf­grund sei­ner geo­lo­gi­schen Er­fah­rung schloss Haast, dass die Vö­gel un­frei­wil­lig in die Spal­ten im Glim­mer­schie­fer ge­ra­ten wa­ren und sich nicht mehr hat­ten be­frei­en kön­nen. Spä­ter wur­de die gro­ße Schie­fer­schicht der Süd­in­sel nach Haast be­nannt. Die Kno­chen wur­den im Tri­umph­zug nach Col­ling­wood ge­bracht. Zwei be­kränz­te Och­sen tru­gen die Beu­te in die Stadt, de­ren Ein­woh­ner zu­sam­men­lie­fen, um die „Moa-Dig­ger­s“ zu fei­ern.

Im Ok­to­ber 1859 brach Hoch­stet­ter auf nach Eu­ro­pa. Haast führ­te nun­mehr selb­stän­di­ge geo­lo­gi­sche und geo­gra­phi­sche Ex­pe­di­tio­nen im Auf­trag der Han­dels­kam­mer von Nel­son durch. Er be­reis­te die Süd­al­pen und ent­deck­te am Bul­ler­fluss brauch­ba­re, krei­de­zeit­li­che Koh­le. 1860 er­öff­ne­te sich dem um­trie­bi­gen For­scher, der in der ört­li­chen Pres­se nicht nur mit Wohl­wol­len be­schrie­ben wur­de, ei­ne neue Mög­lich­keit. Die 1850 ge­grün­de­te Stadt Christ­church woll­te zur Er­leich­te­rung des Gü­ter­ver­kehrs mit dem Ha­fen Lytt­le­ton auf der Banks­halb­in­sel ei­nen Ei­sen­bahn­tun­nel bau­en. Zu­nächst schreck­te man an­ge­sichts des har­ten Ba­salt­ge­steins da­vor zu­rück. Haast wur­de be­auf­tragt, ein Gut­ach­ten zu er­stel­len. Da­bei stell­te er zur gro­ßen Freu­de der Pla­ner fest, dass wei­te Stre­cken des Tun­nels durch wei­che­re Asche- und Schla­cken­schich­ten führ­ten. Haast hat­te ge­lernt, die Geo­lo­gie nicht nur wis­sen­schaft­lich, son­dern auch als prak­ti­sches Hand­werk auf­zu­fas­sen. 1861 wur­de er als amt­li­cher Geo­lo­ge der Pro­vinz Can­ter­bu­ry ein­ge­stellt und nahm im glei­chen Jahr die bri­ti­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit an. Durch Pro­tek­ti­on Hoch­stetters wur­de Haast, der die for­ma­len Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füll­te, am 11.10.1862 als „Ju­li­us Haast Bon­nen­sis Geo­lo­gi­cus pu­bli­cus in No­va See­lan­da in­su­la“ in Tü­bin­gen pro­mo­viert.

Auch in Christ­church traf Haast ei­nen Bru­der im Geis­te. Zu­sam­men mit dem rüh­ri­gen Bi­schof der Stadt, Hen­ry John Chit­ty Har­per (1804-1893), ei­nem Ox­ford­ab­sol­ven­ten, grün­de­te er das Phi­lo­so­phi­cal In­sti­tu­te of Can­ter­bu­ry. Die­se In­sti­tu­ti­on ging der spä­te­ren Uni­ver­si­tät, dem Can­ter­bu­ry Col­le­ge vor­an, an dem Haast 1876 Pro­fes­sor für Geo­lo­gie wur­de.

Mit aka­de­mi­schen Eh­ren aus­ge­stat­tet, un­ter­nahm Haast in den fol­gen­den Jah­ren zahl­rei­che Ex­pe­di­tio­nen. Da­bei kämpf­te er ge­gen den un­barm­her­zi­gen Busch und gro­ße Ge­fah­ren an. Trotz sei­ner ro­bus­ten Na­tur stell­ten sich zehn Jah­re spä­ter Rheu­ma­an­fäl­le ein, die ihm wei­te­re For­schungs­rei­sen un­mög­lich mach­ten. Aber zu­nächst kann­te Haast kei­ne Bar­rie­ren. Er er­forsch­te vor al­lem die Flüs­se, die von den 3.267 Me­ter ho­hen Süd­al­pen zur Ost­küs­te flie­ßen. Als ers­ter be­schrieb er ech­te Glet­scher auf Neu­see­land. 1863 über­schritt er auf ei­nem Pass die Al­pen, der nach ihm be­nannt wur­de. Ein Jahr spä­ter ent­deck­te er ei­nen Glet­scher, den er nach dem ös­ter­rei­chi­schen Kai­ser Franz-Jo­seph tauf­te. 

Am 25.6.1863 fand er ein neu­es Ehe­glück, als er in Christ­church Ma­ry Ann Dob­son (1844-1913) hei­ra­te­te, Toch­ter des In­ge­nieurs und Ar­chi­tek­ten Ed­ward Dob­son (1816-1908), der seit 1850 in Neu­see­land leb­te. Dob­son plan­te und er­rich­te­te Neu­see­lands ers­te Te­le­gra­phen­ver­bin­dung zwi­schen Christ­church und Lytt­le­ton. Eben­so ka­na­li­sier­te er den wil­den Wai­ma­kari­ri Ri­ver, der nach Dob­sons Sohn und nun­mehr Haas­ts Schwa­ger Sir Ar­thur Dud­ley (1841-1934) be­nannt ist. Eben­so in­stal­lier­te er den gro­ßen Wel­len­bre­cher vor Lytt­le­ton, der des­sen Ha­fen schütz­te. Die Fa­mi­lie wohn­te in ei­nem für sie ge­bau­ten Haus im Stadt­teil Avon­side.

Bild des Canterbury Museums mit der Rolleston Statue im Vordergrund, um 1900. (Stadtbibliotheken von Christchurch: CCL FotoCD 14, IMG0042)

 

Das Glück der Fa­mi­lie währ­te nur kurz. 1868 wur­de der Geo­lo­gi­sche Dienst von Can­ter­bu­ry auf­ge­löst und Haast zu­nächst ar­beits­los. Ja­mes Hec­tor (1834-1907), schot­ti­scher Me­di­zi­ner und Geo­lo­ge, der den 1865 ge­grün­de­ten Co­lo­ni­al Geo­lo­gi­cal Sur­vey in Wel­ling­ton lei­te­te, stell­te Haast ein und über­trug ihm For­schungs­auf­trä­ge. So konn­te Haast bei der Tro­cken­le­gung ei­nes Sumpf­ge­bie­tes nörd­lich von Christ­church Kno­chen von sechs Moa-Ar­ten frei­le­gen. Die Tat­sa­che, dass die meis­ten Kno­chen ab­ge­schlif­fen wa­ren, er­klär­te Haast mit der La­ge der Fund­stät­te in ei­ner vor­zeit­li­chen Fluss­bett­la­ge­rung. Eben­falls stell­te Haast 1869 an­hand von Fund­stü­cken am Ra­kaiafluss öst­lich von Christ­church die bis heu­te um­strit­te­ne The­se auf, dass vor der Be­sie­de­lung Neu­see­lands durch die Mao­ri ei­ne un­be­kann­te Kul­tur hier an­säs­sig ge­we­sen sei, die er als Moa-Jä­ger be­zeich­ne­te. Auf ei­nem 8 Hekt­ar gro­ßen Ge­biet fand Haast Koch­gru­ben, Ab­fall­hau­fen mit Moa- und an­de­ren Kno­chen so­wie ei­ne gro­ße Zahl von Klin­gen­ab­schlä­gen aus Feu­er­stein. An­ge­sichts der pri­mi­ti­ven Werk­zeu­ge da­tier­te Haast die Sied­lung in ei­ne alt­stein­zeit­li­che Kul­tur­stu­fe. Die­se Jä­ger sei­en die seit Jahr­tau­sen­den be­ste­hen­de Ur­be­völ­ke­rung Neu­see­lands. Un­weit ge­fun­de­ne, sorg­fäl­tig ge­ar­bei­te­te Stein­bei­le hin­ge­gen wies er der Mao­ri-Kul­tur zu. Im März 1869 er­kun­de­te er den Mount Cook, aber sei­ne Ge­sund­heit war in­zwi­schen zu stark an­ge­schla­gen, was das En­de sei­ner For­schungs­rei­sen be­deu­te­te. Wäh­rend die­ser Zeit ver­folg­te Haast ne­ben sei­nen Ex­pe­di­tio­nen und wis­sen­schaft­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen aber auch das gro­ße Ziel sei­nes Le­bens.

Be­reits 1864 hat­te Haast dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sei­ne im­men­se Samm­lung geo­lo­gi­scher und ar­chäo­lo­gi­scher Ex­po­na­te mit der Zeit ver­lo­ren ge­hen wer­de, wenn sie nicht in ei­ner Dau­er­aus­stel­lung der Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich ge­macht wür­de. Seit 1867 wa­ren Tei­le der Samm­lung im Pro­vin­ci­al Coun­cil Buil­ding von Christ­church un­ter­ge­bracht. En­de Fe­bru­ar 1869 leg­te Haast, der vor­aus­sah, dass wo­mög­lich schon bald das Pro­vinz­sys­tem der Zen­tra­li­sie­rung wei­chen wür­de – was auch 1876 ge­schah -, dem Pro­vinz­se­kre­tär ein Me­mo­ran­dum vor. Dar­in be­schrieb er die Funk­ti­on ei­nes Mu­se­ums, das so­wohl als Bil­dungs­stät­te die­nen als auch in Ver­bin­dung mit den tech­ni­schen Wis­sen­schaf­ten ste­hen soll­te.

Im Grun­de hat­te er die Idee ei­nes Mu­se­ums be­reits 1862, und so kann die­ses Jahr als in­of­fi­zi­el­les Grün­dungs­da­tum des Can­ter­bu­ry Mu­se­ums gel­ten. Auf der ers­ten re­gu­lä­ren Ver­samm­lung des Phi­lo­so­phi­cal In­sti­tu­te of Can­ter­bu­ry am 1.9.1862 wur­de Haast zum Prä­si­den­ten ge­wählt. Das Mu­se­um war ihm ei­ne Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Sei­ne An­fän­ge in Bonn, die Aben­teu­er und Ex­pe­di­tio­nen, das Sam­meln, Schrei­ben, For­schen so­wie sein En­ga­ge­ment in der Ge­sell­schaft Can­ter­bu­rys soll­ten in ei­nem Mu­se­um kul­mi­nie­ren, dem Mo­nu­ment sei­nes Le­bens.

Schon vor Haast gab es in Christ­church Über­le­gun­gen für ei­nen Mu­se­ums­bau. 1850 wur­de be­reits auf dem Stadt­plan für das wach­sen­de Christ­church ein Grund­stück re­ser­viert, auf dem an der Kreu­zung Worces­ter Street und An­ti­gua Street tat­säch­lich der spä­te­re Neu­bau ent­stand. 1859 kur­sier­te in der Co­lo­ni­al So­cie­ty die Idee ei­nes Na­tur­his­to­ri­schen Mu­se­ums. Zur glei­chen Zeit sin­nier­te auch Haast über die Prä­sen­ta­ti­on sei­ner Fun­de in ei­nem Geo­lo­gi­schen Mu­se­um. Ob­wohl al­so Haast nicht der Ur­he­ber der Idee war, so war er es doch, der das Vor­ha­ben in das Zen­trum sei­ner Ar­beit rück­te. Da­bei setz­te er sich an die Spit­ze ei­ner be­reits be­ste­hen­den Be­we­gung. In­tui­tiv ver­stand er es, die öf­fent­li­che Be­geis­te­rung da­durch zu stei­gern, dass er an­kün­dig­te, sei­ne ge­sam­te Samm­lung der Pro­vinz Can­ter­bu­ry zu schen­ken. Das ver­fing, denn das In­ter­es­se war groß. Be­reits 1862 kauf­te die Pro­vin­zi­al­re­gie­rung für 100 Pfund ei­ne geo­lo­gi­sche Samm­lung aus Hei­del­berg und tausch­te neu­see­län­di­sche Flo­ra ge­gen ein Her­ba­ri­um aus Eng­land. Eben­so wuss­te Haast die ihm nun wohl­ge­son­ne­ne Pres­se ein­zu­span­nen, in­dem er über die Lytt­le­ton Ti­mes ver­brei­ten ließ, er wür­de im Tausch ei­ne gro­ße Samm­lung aus Aus­tra­li­en er­wer­ben. En­de De­zem­ber 1868 war es so­weit: Der Pro­vinz­rat ge­neh­mig­te nicht nur Mit­tel für ei­nen Mu­se­ums­bau, son­dern auch ein Ge­halt für des­sen Di­rek­tor. Das konn­te na­tür­lich nur ei­ner sein: Ju­li­us Haast.

Der Mu­se­ums­bau soll­te wie ge­plant an ei­nem En­de der Worces­ter Street er­ste­hen, an de­ren an­de­rem En­de der Bo­ta­ni­sche Gar­ten lag. For­mell am 30. Sep­tem­ber er­öff­net, wur­de das Mu­se­um der Öf­fent­lich­keit am 1.10.1870 über­ge­ben. Die­ser ur­sprüng­li­che Bau ist nun­mehr je­ner Teil des ak­tu­el­len Can­ter­bu­ry Mu­se­ums, der als „Moa-Raum“ be­kannt ist. Dort wur­den zehn Moa-Ske­let­te aus­ge­stellt. Das grö­ß­te der Art Di­n­or­nis ma­xi­mus war in auf­ge­rich­te­ter Po­se 3,35 Me­ter hoch, das kleins­te der Art Di­n­or­nis di­di­for­mis wies 1,21 Me­ter auf. Zum Grö­ßen­ver­gleich stan­den da­ne­ben ein mensch­li­ches Ske­lett so­wie Jack, ein aus­ge­stopf­tes Kän­gu­ru. Ins­ge­samt um­fass­te das Mu­se­um ei­ne Samm­lung von 62.000 Fund­stü­cken und jähr­lich be­such­ten es 75.000 Men­schen. Da­mit war das Mu­se­um auch ein star­ker Stand­ort­vor­teil, der neue Sied­ler in die Pro­vinz Can­ter­bu­ry brach­te.

Haast war am Ziel, aber sein Ei­fer ließ nicht nach. Er form­te durch sei­ne ex­zel­len­ten in­ter­na­tio­na­len Tausch­ver­bin­dun­gen ein Mu­se­um von Welt­rang in der süd­li­chen He­mi­sphä­re. Da­ne­ben en­ga­gier­te er sich für die Stadt Christ­church. 1874 brauch­te die Stadt ein neu­es Drai­na­ge­sys­tem. Der Che­mi­ker Pro­fes­sor Alex­an­der Wil­liam Bi­cker­ton (1842-1929) schätz­te als Gut­ach­ter die La­ge so dra­ma­tisch ein, dass selbst das welt­be­kann­te Brun­nen­sys­tem von Köln nichts im Ver­gleich da­zu wä­re, was Christ­church nun bräuch­te. Haast setz­te sich bei der Pro­vinz­re­gie­rung da­für ein und es wur­den er­heb­li­che Mit­tel be­wil­ligt, um das Pro­blem zu lö­sen.

Am 15.6.1875 un­ter­zeich­ne­te Kai­ser Franz Jo­seph I. (Re­gent­schaft 1848-1916) ein Di­plom, in dem er Haast den Or­den „Kai­ser­li­cher Or­den der Ei­ser­nen Kro­ne“ ver­lieh. Da­mit ein­her ging die Er­he­bung in den erb­li­chen Rit­ter­stand und der Na­mens­zu­satz „von“.

Haast hat­te sich in Ös­ter­reich gro­ße wis­sen­schaft­li­che Ver­diens­te er­wor­ben. Er pu­bli­zier­te viel in ös­ter­rei­chi­schen wis­sen­schaft­li­chen Zeit­schrif­ten und schenk­te dem Na­tur­his­to­ri­schen Hof­mu­se­um meh­re­re Moa-Ske­let­te. Durch sei­ne For­schun­gen auf dem Ge­biet der Mo­as kom­mu­ni­zier­te er oft mit dem Or­ni­tho­lo­gi­schen Ver­ein in Wien. Haas­ts al­ter Freund Hoch­stet­ter wur­de nicht mü­de, die­se Ver­diens­te bei Ho­fe zu wür­di­gen, wo­bei er in ei­ner be­son­ders güns­ti­gen Po­si­ti­on war. Er un­ter­rich­te­te zu die­ser Zeit den 15-jäh­ri­gen Kron­prin­zen Ru­dolf (1858-1889) in Zoo­lo­gie und Na­tur­wis­sen­schaf­ten. Da­bei dien­ten Hoch­stet­ter die Schä­del der Mo­as als be­son­ders an­schau­li­che Stu­di­en­ob­jek­te, und Ru­dolf er­hielt so man­che spe­zi­el­le Lek­ti­on in Pa­lä­on­to­lo­gie und be­stand sein Ex­amen mit Bra­vour. Das lag dem Kai­ser dann doch mehr am Her­zen als Na­mens­ge­ber zu sein für ei­nen Glet­scher in der Wild­nis.

Haast führ­te den Ti­tel „Rit­ter“ nie im Na­men, wohl aber, der an­gel­säch­si­schen Tra­di­ti­on ent­spre­chend, den Na­mens­zu­satz KCMG (Knight Com­man­der of the Or­der of St. Mi­cha­el and St. Ge­or­ge), der sechst­höchs­ten Aus­zeich­nung der bri­ti­schen Kro­ne, die er 1885 ver­lie­hen be­kam. Da­mit wur­de er for­mell zum zwei­ten Mal ge­adelt.

Wäh­rend sei­ner wis­sen­schaft­li­chen Tä­tig­keit als Di­rek­tor des Mu­se­ums ent­deck­te er 1885 drei wei­te­re Moa-Ar­ten, den Ano­mal­op­te­ryx owe­ni – be­nannt nach dem ers­ten wis­sen­schaft­li­chen Be­ar­bei­ter der Moa-Über­res­te, Ri­chard Owen (1804-1892) -, den Me­ga­lap­te­ryx so­wie den Eu­ryap­te­ryx, de­ren Klas­si­fi­zie­rung bis heu­te gül­tig ist. Über­dies fand er Über­res­te ei­nes bis da­hin un­be­kann­ten Rie­se­n­ad­lers, der sei­nen Na­men trägt und des­sen Beu­te die Mo­as wa­ren.

Haast war mitt­ler­wei­le so be­rühmt, dass er an­läss­lich der gro­ßen Ko­lo­ni­al­aus­stel­lung 1886 in Eng­land Neu­see­lands Kul­tur und In­dus­trie zei­gen soll­te. Der „wei­ße Stein­man­n“, wie ihn die Mao­ris nann­ten, war da­bei so er­folg­reich, dass ihn die Uni­ver­si­tät Cam­bridge mit der Eh­ren­dok­tor­wür­de be­dach­te. Auch in Eng­land setz­te sich Haast für die Grün­dung ei­nes Mu­se­ums ein, das als Com­mon­wealth Mu­se­um bis heu­te be­steht.

Im De­zem­ber 1886 fand Haast end­lich Zeit, um mit sei­ner Frau nach Deutsch­land zu rei­sen. Er be­such­te sei­ne Va­ter­stadt Bonn, wo er aber we­gen ei­nes schwe­ren Rheu­ma­an­fal­les wo­chen­lang ans Bett ge­fes­selt war. Im März 1887 reis­te er nach Ita­li­en, um dann am 1.5.1887 in Bonn sei­nen 65. Ge­burts­tag zu fei­ern. Ei­ne wei­te­re Rei­se nach Ve­ne­dig, Wien, Ber­lin und Dres­den schloss sich an, wäh­rend der er Kon­tak­te knüpf­te, die für die Er­wei­te­rung der Samm­lung in Christ­church nütz­lich sein konn­ten. Erst im Ju­li 1887 kehr­te er mit sei­ner Frau nach Neu­see­land zu­rück. Doch die Rei­se­stra­pa­zen wa­ren am En­de zu groß ge­we­sen. In der Nacht zum 16.8.1887 starb Ju­li­us von Haast KCMG in Christ­church an Herz­ver­sa­gen.

Ju­li­us von Haas­ts Ruhm fand vor al­lem in der an­gel­säch­si­schen Welt Nach­hall. An­ge­sichts der im­men­sen Viel­falt sei­ner Ak­ti­vi­tä­ten und wis­sen­schaft­li­cher Er­fol­ge stand er aber für das ge­lehr­te Deutsch­land des 19. Jahr­hun­derts. Das Can­ter­bu­ry Mu­se­um über­stand das star­ke Erd­be­ben in Christ­church vom 22.2.2011 mit nur ge­rin­gen Schä­den an der Fas­sa­de, die Samm­lung blieb zu 95 Pro­zent un­be­schä­digt.

Werke

Das Schrif­ten­ver­zeich­nis bei Fer­di­nand von Haast in: The Life and Ti­mes of Sir Ju­li­us von Haast, K.C.M.G., Ph.D., D. Sc., F.R.S., Ex­plo­rer, Geo­lo­gist, Mu­se­um Buil­der, Wel­ling­ton 1948, S. 1088-1100, um­fasst 172 Mo­no­gra­phi­en, Auf­sät­ze, No­ti­zen, Kar­ten und Plä­ne.

Literatur

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Fi­scher, Rod­ney, Sir Ju­li­us von Haast, in: Ba­de, Ja­mes N. (Hg.), Ei­ne Welt für sich. Deutsch­spra­chi­ge Sied­ler und Rei­sen­de in Neu­see­land im neun­zehn­ten Jahr­hun­dert, Bre­men 1998, S. 195-202.
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Gre­schat, Hans-Jür­gen, Ma­na und Ta­pu. Die Re­li­gi­on der Mao­ri auf Neu­see­land, Ber­lin 1980.
Haast, Fer­di­nand von, The Life and Ti­mes of Sir Ju­li­us von Haast, K.C.M.G., Ph.D., D. Sc., F.R.S., Ex­plo­rer, Geo­lo­gist, Mu­se­um Buil­der, Wel­ling­ton 1948.
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Nol­den, Sa­scha, The Let­ters of Fer­di­nand von Hoch­stet­ter to Ju­li­us von Haast. An An­no­ta­ted Scho­lar­ly Edi­ti­on, Diss. Phil. Auck­land 2007.
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Online

Ei­ne le­sens­wer­te Kurz­bio­gra­phie fin­det sich auf der Sei­te der Christ­church Ci­ty Li­bra­ries. [On­line]
Ei­nen Nach­ruf ver­fass­te un­ter an­de­rem die Cam­bridge Uni­ver­si­ty Press. [On­line]

Julius von Haast inmitten einer Gruppe von Moa-Skeletten im Canterbury Museum. (Auckland Libraries Heritage Collections (589-76, D. L. Mundy))

 
Zitationshinweis

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Kirschbaum, Markus, Julius von Haast, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/julius-von-haast/DE-2086/lido/5f9173919708a1.44704320 (abgerufen am 28.09.2021)