Die römischen Stadtmauern von Köln. Zeichen einer dynamischen Stadtentwicklung

Alfred Schäfer (Köln)

Plan des römischen Ubiermonumentes an der Malzmühle 1 in Köln. (Römisch-Germanisches Museum Köln (Zeichnung G. Strunk))

In die­sem Bei­trag wird ein Über­blick zu den wich­tigs­ten Aus­bau­stu­fen der rö­mi­schen Stadt­be­fes­ti­gung von Köln ge­ge­ben. Die Wehr­mau­ern sind als Aus­druck ei­ner dy­na­mi­schen Stadt­ent­wick­lung zu ver­ste­hen, de­ren Hö­he­punk­te in der Re­gie­rungs­zeit des Au­gus­tus, Do­mi­ti­an und wahr­schein­li­ch Kon­stan­tin des Gro­ßen lie­gen.

 

1. Die Gründungsphase

Das um die Zei­ten­wen­de neu an­ge­leg­te und bis zur Mit­te des 1. Jahr­hun­derts n. Chr. schritt­wei­se aus­ge­bau­te op­pi­dum Ubio­rum auf dem Ge­biet der heu­ti­gen Köl­ner In­nen­stadt be­saß ein re­gel­mä­ßi­ges Stra­ßen­ras­ter. Mit über 50 un­gleich gro­ßen Bau­in­seln (in­su­lae) lag ge­wis­ser­ma­ßen ein Be­bau­ungs­plan für die rö­mi­sche Sied­lung vor.[1] Der Um­fang des pro­jek­tier­ten Stadt­zen­trums von un­ge­fähr 1 Qua­drat­ki­lo­me­ter er­schlie­ßt sich un­ter an­de­rem aus der La­ge der Be­stat­tungs­plät­ze, die in der ers­ten Hälf­te des 1. Jahr­hun­derts n. Chr. mit ei­nem ge­wis­sen Ab­stand au­ßer­halb des Sied­lungs­kerns an­ge­legt wor­den sind.[2] Hin­zu kom­men wei­te­re ar­chäo­lo­gi­sche In­di­zi­en, wie die räum­li­che Ver­tei­lung ei­nes Pio­nier­ho­ri­zon­tes, der sich durch ei­nen in­ten­tio­nel­len Auf­trag von Holz­koh­le aus­zeich­net, um nach Ab­trag der Hu­mus­de­cke die ers­ten Er­schlie­ßungs­maß­nah­men durch ei­nen tritt­fes­ten, nicht mo­ras­ti­gen Un­ter­grund zu un­ter­stüt­zen.

Un­mit­tel­bar öst­lich des hoch­was­ser­si­che­ren Sied­lungs­pla­teaus ver­lief im frü­hen ers­ten Jahr­hun­dert ein mehr als 50 Me­ter brei­ter Ne­ben­arm des Rheins.[3] Die bo­gen­för­mi­ge Ne­ben­rin­ne trenn­te ei­ne cir­ca 1.300 Me­ter lan­ge und bis zu 180 Me­ter brei­te In­sel vom Fest­land ab. Der Rhein war da­mals flach und ver­zweigt, ähn­lich der heu­ti­gen Loire oder Mol­dau. Cha­rak­te­ris­tisch für die La­ge am kur­ven­äu­ße­ren Fluss­ver­lauf ist die Aus­bil­dung ei­nes Prall­hangs mit ei­ner fla­chen Ufer­zo­ne. Die­se na­tur­räum­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­wie­sen sich als Stand­ort­vor­tei­le für ei­ne Schiffs­an­le­ge­stel­le.[4] 

Hypothetischer Plan der römischen Gründungsstadt mit Straßenraster und vorgesehenen Bebauungsflächen. (Römisch-Germanisches Museum Köln (Digitalisierung P. Fleischer))

 

Im süd­li­chen Ufer­be­reich des ak­ti­ven, als Ha­fen ge­nutz­ten Rhein­arms be­fand sich ein mo­nu­men­ta­ler, stei­ner­ner Turm. Das Mo­nu­ment wur­de bei Aus­schach­tungs­ar­bei­ten im Kel­ler des Hau­ses An der Malz­müh­le 1/Ecke Müh­len­bach 1965/66 ent­deckt.[5] Es han­delt sich um ei­nen rö­mi­schen Qua­der­bau aus Tuff­stein mit ei­ner Sei­ten­län­ge von un­ge­fähr 10 x 10 Me­ter und ei­ner er­hal­te­nen Hö­he von 6,6 Me­ter. Ei­ne re­kon­stru­ier­te Min­dest­hö­he des Tur­mes von 12 Me­tern ist an­zu­neh­men. Das nur noch in Tei­len über­lie­fer­te Schal­mau­er­werk um­gab ur­sprüng­lich ei­nen mas­si­ven Guss­kern aus rö­mi­schem Be­ton (opus cae­men­ti­ci­um). Für die Chro­no­lo­gie und Ge­stal­tung der rö­mi­schen Stadt­be­fes­ti­gung von Köln kommt dem so­ge­nann­ten Ubier­mo­nu­ment ei­ne Schlüs­sel­funk­ti­on zu. Un­ter An­wen­dung der mo­der­nen Un­ter­su­chungs­me­tho­de der Baum­ring­da­tie­rung (Den­d­ro­chro­no­lo­gie) an den über­lie­fer­ten Höl­zern des Ei­chen­pfahl­ros­tes im Fun­da­ment­be­reich konn­te ei­ne Bau­zeit von 4/5 n. Chr. er­mit­telt wer­den.

Das rö­mi­sche Ubier­mo­nu­ment ist nach­weis­lich kein So­li­tär, son­dern steht im Ver­band mit ei­ner gleich­zei­tig er­rich­te­ten, land­sei­ti­gen Zun­gen­mau­er.[6] Da­für spre­chen meh­re­re kon­struk­ti­ve De­tails, die in der Sum­me ein schlüs­si­ges Bild er­ge­ben:

Dreidimensionale Rekonstruktion des Ubiermonumentes. (Colonia3D/Entwurf: B. Irmler)

 
  • Der vor­sprin­gen­de So­ckel des Ubier­mo­nu­ments, der aus drei La­gen von Tuff­stein­qua­dern be­steht, be­sitzt an sei­ner Ober­kan­te im Be­reich der Stoß­fu­gen aus­ge­ar­bei­te­te Pro­fil­an­sät­ze. Es han­delt sich um Vor­schlags­mar­ken, die zur wei­te­ren Aus­füh­rung ei­nes um­lau­fen­den So­ckel­pro­fils an­ge­legt wor­den sind.[7] An der West­sei­te des Ubier­mo­nu­ments, dort wo die ge­nann­te Zun­gen­mau­er ein­bin­det, be­fin­det sich be­zeich­nen­der­wei­se kei­ne sol­che Vor­schlags­mar­ke. Der be­tref­fen­de So­ckel­qua­der weist noch sei­ne recht­wink­li­ge Kan­te an der Ober­sei­te auf. Die­ser Bau­be­fund legt die Deu­tung na­he, dass die Zun­gen­mau­er be­reits vor dem Aus­ar­bei­ten der So­ckel­mar­ken ge­stan­den hat.[8] 

  • Die So­ckel­qua­der des Ubier­mo­nu­ments be­sit­zen auf den Ober­la­gern Aus­neh­mun­gen für Schwal­ben­schwanz­klam­mern, um die auf Stoß­fu­ge ge­setz­ten Blö­cke mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Ei­ne sol­che Ver­klam­me­rung liegt auch zwi­schen dem Ubier­mo­nu­ment und der west­lich ein­bin­den­den Zun­gen­mau­er vor.

  • Die Zun­gen­mau­er be­sitzt ein Schal­mau­er­werk aus Tuff- und Grau­wa­ckestei­nen, so dass die glei­che Ma­te­ria­li­tät wie am Ubier­mo­nu­ment ge­ge­ben ist.

  • Dass die Land­mau­er mit dem Ubier­mo­nu­ment gleich­zei­tig er­rich­tet wor­den ist, be­le­gen durch­ge­hen­de La­gen von Grau­wa­cke­bruch im Guss­mau­er­kern. Der kom­pak­te und von sei­ner Ma­te­ri­al­zu­sam­men­set­zung ein­heit­li­che opus cae­men­ti­ci­um-Kern wur­de so­wohl ge­gen das Schal­mau­er­werk des Ubier­mo­nu­men­tes, als auch der Zun­gen­mau­er ge­gos­sen und geht folg­lich auf ei­nen ein­zi­gen Bau­vor­gang zu­rück.

  • Dass man hin­ge­gen kei­ne Bre­sche für den ein­bin­den­den Mau­er­an­satz nach­träg­lich ge­schla­gen hat, wie man es in Tei­len der For­schung an­nimmt, be­stä­tigt das vor­züg­lich er­hal­te­ne Schal­mau­er­werk aus Tuff­stein­qua­dern.[9] Bei ei­nem et­wai­gen Aus­bau und Wie­der­ein­bau wä­ren die Tuff­stein­blö­cke ge­ris­sen.

In der Zu­sam­men­schau darf man fest­hal­ten, dass es sich beim Ubier­mo­nu­ment und der von Wes­ten ein­bin­den­den Zun­gen­mau­er um ein zu­sam­men­ge­hö­ri­ges Bau­werk han­delt, das in ei­nem Ar­beits­vor­gang er­rich­tet wor­den ist. Die spä­te­re stei­ner­ne Stadt­mau­er, auf die noch ein­zu­ge­hen ist, sitzt mit ih­rem gleich­falls 3 Me­ter star­ken Fun­da­ment auf dem äl­te­ren, kur­zen Mau­er­an­satz auf. 

Westlicher Maueransatz am sogenannten Ubiermonument. Blick von Norden. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Foto: A. Schäfer)

 

Ei­ne Zun­gen- oder Flü­gel­mau­er wie am „Ubier­mo­nu­men­t“ ist für rö­mi­sche Be­fes­ti­gungs­an­la­gen cha­rak­te­ris­tisch, de­ren stei­ner­ne To­re oder Kur­ti­nen im bau­li­chen Zu­sam­men­hang mit ei­ner Holz-Er­de-Mau­er oder Wall­an­la­ge ste­hen.[10] Der nächst­ge­le­ge­ne kon­struk­ti­ve Ver­gleich ist das Nord­tor des rö­mi­schen Flot­ten­la­gers Al­te­burg im Köl­ner Sü­den. Der mäch­ti­ge Turm im Kel­ler des Hau­ses An der Malz­müh­le 1 ist so­mit als stei­ner­ner Be­fes­ti­gungs­kopf ei­ner Holz-Er­de-Mau­er des frü­hen rö­mi­schen Köln zu in­ter­pre­tie­ren. Um die Schiffs­län­de im fla­chen Ufer­be­reich zu si­chern, wur­de der Be­fes­ti­gungs­kopf bis an den Rhein­ne­ben­arm vor­ge­scho­ben.

Das römische Ubiermonument im Keller des Hauses An der Malzmühle 1. (Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz/B.Streubel)

 

Die ge­nann­te Hy­po­the­se wird durch ei­nen zwei­ten ver­gleich­ba­ren, aber we­ni­ger gut er­hal­te­nen ar­chäo­lo­gi­schen Bau­be­fund fast 900 Me­ter wei­ter fluss­ab­wärts ge­stützt. An­läss­lich der Er­rich­tung des neu­en Ei­sen­bahn-Via­duk­tes zur Rhein­brü­cke 1892 wur­de in Aus­schnit­ten ei­ne Fun­da­ment­plat­te aus Guss­mau­er­werk er­fasst, die wie beim Ubier­mo­nu­ment auf ei­nem Ei­chen­pfahl­rost am Ufer des ehe­ma­li­gen Rhein­arms ruh­te.[11] Auf­grund der tie­fen Grün­dung in der al­ten Rhein­aue und der ar­chi­tek­to­ni­schen Aus­füh­rung han­delt es sich mit ho­her Wahr­schein­lich­keit um ei­nen zwei­ten Be­fes­ti­gungs­turm. Die to­po­gra­phi­sche La­ge bei­der Mo­nu­men­te an den nord­öst­li­chen und süd­öst­li­chen Ecken des hoch­was­ser­frei­en Sied­lungs­pla­teaus spricht für ei­ne Um­weh­rung der Grün­dungs­stadt un­ter der Herr­schaft des Au­gus­tus. Die bei­den Be­fes­ti­gungs­tür­me be­grenz­ten ei­ne städ­ti­sche Rhein­front von fast 900 Me­ter Län­ge und gin­gen land­sei­tig sehr wahr­schein­lich in ei­ne Holz-Er­de-Mau­er über. Gleich­zei­tig mar­kier­ten und be­wach­ten die Tür­me die Ein­fahr­ten in den rö­mi­schen Ha­fen.

2. Die Konsolidierungsphase um die Mitte des 1. Jahrhunderts

Für die Stadt­be­fes­ti­gung des rö­mi­schen Köln gibt es aus dem mitt­le­ren 1. Jahr­hun­dert nur we­ni­ge bau­li­che An­halts­punk­te. So ist am Nord­tor der CCAA ei­ne äl­te­re Stein­bau­pha­se an­hand ei­nes er­hal­te­nen Mau­er­stücks ge­si­chert.[12] Es han­delt sich ver­mut­lich um die Über­res­te ei­nes Vor­gän­gers, der vor dem Bau des stei­ner­nen Stadt­mau­er­rings am En­de des 1. Jahr­hun­derts zu da­tie­ren ist. Zu die­ser Bau­stu­fe könn­te ei­ne ost­west­lich aus­ge­rich­te­te, li­nea­re An­schüt­tung mit Trachyt­klein­schlag in schwa­cher Kalk­mör­tel­bin­dung ge­hö­ren, die vor dem West­por­tal des Köl­ner Doms auf ei­ner Län­ge von 34 Me­ter ar­chäo­lo­gisch do­ku­men­tiert wor­den ist.[13] Der Bau­be­fund über­la­ger­te äl­te­re Pfos­ten­gräb­chen aus der Grün­dungs­pha­se und wur­de selbst wie­der­um der Län­ge nach von der Bau­gru­be der spä­te­ren stei­ner­nen Stadt­mau­er ge­schnit­ten. Auf­grund die­ser Schich­ten­ab­fol­ge in der­sel­ben Bauflucht dürf­te es sich um ei­ne Ver­stär­kung der mut­ma­ß­li­chen Holz-Er­de-Mau­er in Form ei­ner stadt­sei­ti­gen An­schüt­tung (Ber­me) han­deln.[14] Das Nord­tor war zu die­ser Zeit wohl be­reits aus Stein ge­baut.

Westlicher Maueransatz am sogenannten Ubiermonument. Blick von Süden. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Rheinisches Bildarchiv d033600_04/Foto: S. Walz)

 

Im Süd­wes­ten der Stadt­an­la­ge auf Hö­he Mau­ri­ti­us­stein­weg 40-42 wur­de ein Spitz­gra­ben ar­chäo­lo­gisch nach­ge­wie­sen, der als An­nä­he­rungs­hin­der­nis dien­te und am En­de des 1. Jahr­hun­derts n. Chr. voll­stän­dig zu­ge­schüt­tet und über­deckt wor­den ist.[15] An an­de­ren Stel­len des Sied­lungs­ran­des ist die spitz­wink­li­ge Form des Stadt­gra­bens mit ei­ner Brei­te von 9 Me­ter und ei­ner Tie­fe von 3-4 Me­ter bes­ser er­hal­ten ge­we­sen.[16] Der Gra­ben­aus­hub dürf­te für die rück­wär­ti­ge, um­lau­fen­de Holz-Er­de-Mau­er ge­nutzt wor­den sein. Nach bis­he­ri­ger Kennt­nis be­stand der Stadt­gra­ben nur im 1. Jahr­hun­dert.

Beim der­zei­ti­gen Kennt­nis­stand wird man von ei­ner Über­gangs­pha­se der Stadt­be­fes­ti­gung in kom­bi­nier­ter Holz-Er­de- und Stein­bau­wei­se aus­ge­hen dür­fen. Die­se Über­lie­fe­rungs­si­tua­ti­on ist in­halt­lich mit dem Zeug­nis des rö­mi­schen His­to­ri­kers Ta­ci­tus zu ver­bin­den, der im Zu­sam­men­hang des Ba­ta­ver­auf­stan­des 69/ 70 n. von ei­ner fes­ten Mau­er der Ko­lo­nie­stadt spricht (His­to­ri­en 4, 64). Wie in vie­len rö­mi­schen Städ­ten Bri­tan­ni­ens und ent­lang der Do­nau soll­te an­schei­nend auch in Köln die ers­te Holz-Er­de-Mau­er erst spä­ter durch ei­nen voll­stän­dig ge­schlos­se­nen, stei­ner­nen Stadt­mau­er­ring in der­sel­ben Bauflucht er­setzt wer­den.[17] 

Dreidimensionale Rekonstruktion der Südostecke der römischen Stadtmauer von Köln. (Colonia3D/Entwurf: B. Irmler)

 

3. Die Monumentalisierungsphase am Ende des 1. Jahrhunderts

Im aus­ge­hen­den 1. Jahr­hun­dert fand ei­ne um­fäng­li­che bau­li­che Er­neue­rung des rö­mi­schen Köln statt.[18] Da­zu ge­hör­te die Er­rich­tung ei­ner fast 4 Ki­lo­me­ter lan­gen, um­lau­fen­den Stadt­mau­er.[19] Ein un­re­gel­mä­ßi­ges Mau­er­ge­viert in Stein­bau­wei­se um­schloss nun das Stadt­zen­trum mit ei­ner Flä­che von rund 99 Hekt­ar. Wich­ti­ge räum­li­che Be­zugs­punk­te für die Stadt­mau­er blie­ben die bei­den al­ten Tür­me des op­pi­dum Ubio­rum an der nord­öst­li­chen und süd­öst­li­chen Ecke des hoch­was­ser­si­che­ren Ge­län­de­schil­des, ob­gleich sie über­baut wur­den. Zur stei­ner­nen Um­weh­rung ge­hör­ten 19 Rund­tür­me und elf To­re un­ter­schied­li­cher Grö­ße. Die Bau­ten be­fan­den sich je­weils an den End­punk­ten der in­ner­städ­ti­schen Stra­ßen. In kon­zep­tio­nel­ler Hin­sicht bil­de­ten Stadt­kern und Stadt­mau­er ei­ne Ein­heit. Die Raum­ord­nung der Grün­dungs­zeit blieb für die spä­te­re Mo­nu­men­ta­li­sie­rungs­pha­se rich­tungs­wei­send.

Plan des römischen Köln mit der steinernen Stadtmauer aus dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr.. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Digitalisierung P. Fleischer)

 

4. Zur Qualität der Verkehrsverbindungen

An der Nord­sei­te der rö­mi­schen Stadt­mau­er von Köln be­fand sich, so­weit wir wis­sen, nur ei­ne ein­zi­ge Tor­an­la­ge am Über­gang zur Fern­stra­ße in Rich­tung Neuss. Das Nord­tor war ein im­po­san­tes Bau­werk. Zwi­schen zwei flan­kie­ren­den Tür­men sprang der drei­bo­gi­ge Tor­bau stadt­ein­wärts zu­rück. Der mitt­le­re Tor­bo­gen er­laub­te die Durch­fahrt von zwei ent­ge­gen­kom­men­den Rei­se­wa­gen oder Fuhr­wer­ken. Die bei­den seit­li­chen, klei­ne­ren Tor­bö­gen blie­ben Pas­san­ten vor­be­hal­ten. Die west­li­che Stadt­mau­er be­saß hin­ge­gen drei Tor­an­la­gen. Die bei­den grö­ße­ren un­ge­fähr auf Hö­he der Ba­si­li­ka St. Apos­teln und der Mau­ri­ti­us­kir­che wa­ren wohl wie das Nord­tor ge­stal­tet und gleich­falls Ver­bin­dungs­punk­te zu rö­mi­schen Fern­stra­ßen, der so­ge­nann­ten Via Bel­gi­ca in Rich­tung Jü­lich, Ton­ge­ren, Ba­vay bis zur At­lan­tik­küs­te und der Via Agrip­pa in Rich­tung Trier. Am süd­li­chen Teil­stück der Stadt­mau­er ist ein Tor­haus an der Ecke Schart­gas­se/Ro­th­ger­ber­bach und ei­ne Tor­an­la­ge an der Ho­hen Pfor­te be­legt, die zur Fern­stra­ße in Rich­tung Bonn über­lei­te­te. Man darf sich die ar­chi­tek­to­ni­sche Ge­stal­tung des süd­li­chen wahr­schein­lich wie die drei an­de­ren gro­ßen Tor­an­la­gen mit meh­re­ren Durch­gän­gen vor­stel­len.

Grundriss der römischen Nordtores der CCAA. (Römisch-Germanisches Museum Köln (Digitalisierung P. Fleischer))

 

Dem­ge­gen­über sind an der rhein­sei­ti­gen Stadt­mau­er fünf klei­ne­re Tor­häu­ser mehr oder we­ni­ger gut über­lie­fert. We­nigs­tens vier von ih­nen spran­gen aus der Flucht der Kur­ti­nen stadt­ein­wärts zu­rück und be­sa­ßen je ei­ne Tor­durch­fahrt aus­rei­chend groß für ein Last­tier­ge­spann. Oh­ne äu­ße­re Vor­sprün­ge war die rhein­sei­ti­ge Stadt­mau­er bei Eis­gang deut­lich we­ni­ger ge­fähr­det. Die Tor­häu­ser nah­men den Ver­lauf der ost­west­lich aus­ge­rich­te­ten Stra­ßen­zü­ge (de­cu­ma­ni) auf und öff­ne­ten sich zum Ha­fen. Sie lie­gen auf Hö­he Kurt-Ha­cken­berg-Platz, der Klei­nen Bu­den­gas­se, an Oben­mars­pfor­ten, der Mar­tin- und Kö­nig­stra­ße.[20] An­zahl und An­ord­nung die­ser To­re spre­chen da­für, dass sich der Ha­fen ent­lang der ge­sam­ten vor­ge­la­ger­ten Ufer­zo­ne er­streck­te. Of­fen­bar nutz­te man die Ufer­zo­ne zwi­schen Sied­lungs­pla­teau und Rhein auf der vol­len Län­ge aus, um an­lan­den­de Schif­fe mög­lichst schnell lö­schen oder be­la­den zu kön­nen. Auf die­se Wei­se ver­mied man län­ge­re War­te­zei­ten. Im Ver­gleich zur Nord­sei­te der Stadt, wo der Zu­gang über nur ei­ne, wenn auch mo­nu­men­ta­le Tor­an­la­ge ge­bün­delt wur­de, liegt an der Rhein­sei­te ei­ne an­de­re Qua­li­tät der Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen vor. Die fünf klei­ne­ren Tor­häu­ser spre­chen für ei­ne de­zen­tra­le Er­schlie­ßung, die zur Ent­las­tung der in­ner­städ­ti­schen Ver­kehrs­strö­me bei­tra­gen soll­te.

5. Ein einheitlicher architektonischer Entwurf

Die rö­mi­sche Stadt­mau­er von Köln wur­de nach ei­nem ein­heit­li­chen Ent­wurf aus­ge­führt. Dies be­trifft die ar­chi­tek­to­ni­sche Ge­stal­tung der Mau­er­zü­ge (Kur­ti­nen), Zwi­schen­tür­me und Tor­an­la­gen[21]:

Dreidimensionale Rekonstruktion des nördlichsten Hafentores am Kurt-Hackenberg-Platz. (Colonia3D/Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/grafische Umsetzung M. Wallasch in Zusammenarbeit mit A. Schäfer)

 

Das Fun­da­ment der Kur­ti­nen ist 3 Me­ter mäch­tig, was 10 rö­mi­schen Fuß ent­spricht. Es be­steht aus Guss­mau­er­werk mit ho­ri­zon­ta­len La­gen aus Grau­wa­cken, teil­wei­se auch Trachyt- und Ba­salt­stei­nen. Je nach Ge­län­de­si­tua­ti­on be­sitzt das Fun­da­ment an den drei Land­sei­ten ei­ne Hö­he zwi­schen 1,2 und 2,75 Me­ter. In der Rhein­aue er­reicht es so­gar ei­ne Hö­he von 4,5 Me­ter. An man­chen Stel­len sta­bi­li­sier­te man den Un­ter­grund mit Holz­pfäh­len. Ge­le­gent­lich hat das Fun­da­ment in hal­ber Tie­fe ei­nen Vor­sprung. Ober­halb des zu­rück­sprin­gen­den Fun­da­ment­so­ckels wur­de das auf­ge­hen­de Mau­er­werk durch­ge­hend mit ei­ner Stär­ke von rund 2,4 Me­ter in Zwei­schal­tech­nik er­rich­tet. Der Mau­er­fuß ist feld­sei­tig ab­ge­schrägt, stadt­sei­tig drei­fach ge­treppt. Die Scha­len aus Grau­wacke­hand­qua­dern um­schlie­ßen den Kern aus opus cae­men­ti­ci­um, der wie das Guss­mau­er­fun­da­ment la­gen­wei­se ein­ge­bracht wor­den ist. Die Kur­ti­nen dürf­ten vom Mau­er­fuß bis zum Wehr­gang fast 8 Me­ter hoch ge­we­sen sein. Das höchst er­hal­te­ne Teil­stück ist an der Ger­tru­den­stra­ße 3 mit 7,55 Me­ter über dem äu­ße­ren Schrägso­ckel nach­ge­wie­sen wor­den.

Für die Re­kon­struk­ti­on der Zin­nen und Brüs­tun­gen gibt es nur we­ni­ge An­halts­punk­te. In der Stütz­mau­er an der Stra­ße „Al­te Mau­er am Bach“ ist ein 70 x 50 x 35 Zen­ti­me­ter gro­ßer halb­ton­nen­för­mi­ger Tuff­stein ver­baut. Die­ser Stein könn­te als Brüs­tungs­ab­schluss ge­dient ha­ben. 

Die 19 land­sei­ti­gen Rund­tür­me der Stadt­mau­er stan­den 70 bis 150 Me­ter von­ein­an­der ent­fernt und sind nach ei­nem ein­heit­li­chen Ge­bäu­de­maß ge­stal­tet wor­den. Der Durch­mes­ser liegt bei et­wa 9,20 Me­ter. Sie ru­hen im Un­ter­grund auf ei­ner fast 3 Me­ter ho­hen, et­wa 10 x 10 Me­ter gro­ßen Fun­da­ment­plat­te. Zur Feld­sei­te sind sie in glei­cher Stär­ke der Kur­ti­nen ge­baut, wäh­rend stadt­sei­tig nur ei­ne hal­be Mau­er­stär­ke von 1,20 Me­ter vor­liegt. Al­lein der so­ge­nann­te Rö­mer­turm va­ri­iert als nord­west­li­cher Eck­turm ein we­nig vom Nor­mal­turm, da drei Vier­tel sei­nes Um­fangs ei­ne Mau­er­stär­ke von et­wa 2,50 Me­ter auf­wei­sen. 

Kurt-Hackenberg-Platz, Plan des nördlichsten Hafentores. (nach ArgeKölnArchäologie (F. Kempken/ R. Nehren))

 

Die drei mehr oder we­ni­ger be­kann­ten Tor­an­la­gen mit meh­re­ren Durch­gän­gen be­sit­zen qua­dra­ti­sche Flan­kie­rungs­tür­me, so dass sich je­weils ei­ne re­kon­stru­ier­te Ge­samt­brei­te von 30,50 Me­ter er­gibt. Die Tür­me wei­sen den glei­chen Flä­chen­in­halt von et­wa 65 Qua­drat­me­tern wie die Rund­tür­me auf und ra­gen zu glei­chen Tei­len vor die in­ne­re und äu­ße­re Flucht der Kur­ti­nen. Das recht­ecki­ge Tor­ge­bäu­de ragt weit ins Stadt­in­ne­re hin­ein, wie es bei vie­len rö­mi­schen Stadt­to­ren in Ita­li­en und den Nord­west­pro­vin­zen be­legt ist.[22] Wäh­rend ei­nes zu­sam­men­hän­gen­den Bau­vor­gangs sind zu­erst die Tor­an­la­gen ge­baut und dar­auf die Mau­er­fluch­ten (Kur­ti­nen) an­ge­setzt wor­den. Die stei­ner­ne Um­weh­rung wur­de nach Plan in ei­nem Zug er­rich­tet.

Im Ge­gen­satz zum Grund­riss gibt es für die Re­kon­struk­ti­on des Auf­ris­ses der gro­ßen Stadt­to­re des rö­mi­schen Köln meh­re­re Vor­schlä­ge.[23] Letzt­lich kann nicht si­cher ent­schie­den wer­den, ob sich über den Durch­gän­gen ehe­mals ei­ne oder zwei Ar­ka­den­ga­le­ri­en wie in vie­len rö­mi­schen Städ­ten Ita­li­ens be­fan­den. In je­dem Fall über­rag­ten die flan­kie­ren­den Tür­me die Ga­le­ri­en um ein Ge­schoss. Die gro­ßen Stadt­to­re dien­ten dem Schutz und dem Schmuck der Stadt zu­gleich.

Kurt-Hackenberg-Platz, Querschnitt des Stadtmauerfundamentes in der Baugrube der Nord-Süd Stadtbahn Köln. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Foto: A. Schäfer)

 

6. Kleinquadermauerwerk und Steindekor

Nicht nur die Mau­ern, Tür­me und Tor­an­la­gen, son­dern im De­tail auch die sau­ber ver­setz­ten Stein­la­gen des Sicht­mau­er­werks tru­gen zum wehr­haf­ten Cha­rak­ter des Stadt­mau­er­rings bei. Für das Klein­qua­der­mau­er­werk (opus vit­tatum) wur­den Grau­wa­cke-Hand­qua­der ver­wen­det. Sie wur­den in par­al­le­len ho­ri­zon­ta­len Rei­hen ver­setzt. Über­schüs­si­ger Fu­gen­mör­tel wur­de auf den Stein­ober­flä­chen ver­stri­chen, Tei­le der Stein­köp­fe blie­ben un­be­deckt und sicht­bar. Ein Fu­gen­strich wur­de mit der Kel­le ge­zo­gen. Man spricht die­se his­to­ri­sche Bau­wei­se als pie­tra ra­sa-Tech­nik (deutsch: ver­stri­che­ner Stein) an.

Die Rund­tür­me des Stadt­mau­er­rings stat­te­te man mit ei­nem be­son­de­ren Stein­de­kor aus. Be­son­ders reich ist der nord­west­li­che Eck­turm, der so­ge­nann­te Rö­mer­turm an der Zeug­haus­stra­ße 13 / Ecke Sankt-Apern-Stra­ße, ge­stal­tet.[24] Für das mo­sa­ik­ar­ti­ge Mau­er­werk, den so­ge­nann­ten mu­si­vi­schen Schmuck, hat man an der Feld­sei­te ver­schie­den far­bi­ge Na­tur­stei­ne aus­ge­wählt. Im 19. Jahr­hun­dert zeig­ten ne­ben dem Rö­mer­turm noch sie­ben wei­te­re Rund­tür­me an ih­ren Land­sei­ten mu­si­vi­schen Schmuck, wenn auch in un­ter­schied­li­cher Er­hal­tung. Die mit geo­me­tri­schen Mus­ter­rap­por­ten aus­ge­stat­te­ten Rund­tür­me dien­ten nicht nur dem Schutz, son­dern auch der Re­prä­sen­ta­ti­on des Ge­mein­we­sens. Die äu­ße­re Ord­nung des Mau­er­rings ver­sinn­bild­lich­te die in­ne­re Ord­nung der Stadt.

Römerturm an der Zeughausstraße 13. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Foto: A. Schäfer)

 

7. Bauzeiten

An­läss­lich des Stadt­mau­er­baus fan­den um­fäng­li­che Ge­län­de­an­schüt­tun­gen am rhein­sei­ti­gen Ab­hang des Sied­lungs­pla­teaus statt. Auf­grund des Fund­ma­te­ri­als aus den et­wa 6 Me­ter ho­hen An­schüt­tun­gen am äl­te­ren „Ubier­mo­nu­men­t“ konn­te der Bau der rhein­sei­ti­gen Stadt­mau­er in die Jah­re um 80/85 n. Chr. da­tiert wer­den.[25] Jün­ge­re Un­ter­su­chun­gen zur Ke­ra­mik aus den Bau­gru­ben der nörd­li­chen und süd­li­chen Stadt­mau­er der CCAA set­zen die Bau­zeit nach dem 3. Vier­tel des 1. Jahr­hun­derts an.[26] Ein Ab­schnitt der west­li­chen Stadt­mau­er bei St. Apos­teln wur­de frü­hes­tens in spät­fla­vi­sche Zeit, das hei­ßt in die bei­den letz­ten Jahr­zehn­te des 1. Jahr­hun­derts da­tiert.[27] Im Rah­men des Baus der Nord-Süd Stadt­bahn Köln wur­den schlie­ß­lich am Kurt-Ha­cken­berg-Platz im Schat­ten des Köl­ner Doms rö­mi­sche Bau­höl­zer ge­bor­gen, die ei­ne den­d­ro­chro­no­lo­gi­sche Da­tie­rung des rhein­sei­ti­gen Ab­schnitts der Stadt­mau­er in das letz­te Jahr­zehnt des 1. Jahr­hun­derts n. Chr. si­chern.[28] Es er­schlie­ßt sich ei­ne eng um­ris­se­ne Bau­zeit des rö­mi­schen Stadt­mau­er­rings in den bei­den letz­ten Jahr­zehn­ten des 1. Jahr­hun­derts, al­so in der Re­gie­rungs­zeit von Do­mi­ti­an (81-96 n. Chr.). Da­mit er­hielt die Stadt erst meh­re­re Jahr­zehn­te nach der recht­li­chen Er­he­bung zur Co­lo­nia ei­ne um­lau­fen­de Stein­mau­er.

Grundriss des sogenannten Römerturms an der Zeughausstraße 13. (Römisch-Germanisches Museum Köln/nach Schultze/Steuernagel 1895, Tafel 3)

 

Ein zu­sam­men­hän­gen­der Bau­vor­gang wird durch den ein­heit­li­chen Ent­wurf, die glei­che Mau­er­tech­nik und die Ver­wen­dung glei­cher Bau­ma­te­ria­li­en na­he­ge­legt. Ob­gleich bis­her kei­ne na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Mör­te­l­ana­ly­sen an ver­schie­de­nen Stel­len der Stadt­mau­er durch­ge­führt wur­den, zeugt der über­lie­fer­te ei­sen­har­te Guss­mau­er­kern von der Ge­schlos­sen­heit des Bau­vor­gangs. Das städ­ti­sche Groß­bau­pro­jekt ba­sier­te auf gründ­li­cher Pla­nung, zen­tral ge­steu­er­ter Res­sour­cen­ge­win­nung und ef­fek­ti­ver Aus­füh­rung. Bei­spiels­wei­se ver­gab man Bau­lo­se, so dass die Trupps auf­ein­an­der zu­ar­bei­te­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund darf man mit ei­ner re­la­tiv kur­zen Bau­dau­er der fast 4 Ki­lo­me­ter lan­gen, stei­ner­nen Um­weh­rung von zehn bis 15 Jah­ren rech­nen. Viel­leicht kommt man mit et­was über ei­ner De­ka­de der Bau­zeit am nächs­ten. Im Lau­fe ih­rer Nut­zung bis ins Mit­tel­al­ter ist die rö­mi­sche Stadt­mau­er re­gel­mä­ßig un­ter­hal­ten und ge­ge­be­nen­falls in Ab­schnit­ten in­stand­ge­setzt wor­den, wie ein Teil­stück in der Dom­schatz­kam­mer zeigt.[29] 

8. Erschließung von Ressourcen

An­läss­lich der Er­rich­tung der Stadt­mau­er am En­de des 1. Jahr­hun­derts n. Chr. muss­ten un­ge­heu­re Mas­sen von Bau­ma­te­ria­len bis an das lin­ke Fluss­ufer der CCAA ver­schifft wer­den.[30] Bau­stei­ne wur­den auf Last­schif­fen, so­ge­nann­ten Präh­men fluss­ab­wärts trans­por­tiert: mehr­heit­lich Grau­wa­cken aus dem Um­feld des Ahr­tals, aber auch Tuff­stei­ne aus der Re­gi­on des Laa­cher See­vul­kans und Kalk­stei­ne vom loth­rin­gi­schen Ufer der Mo­sel so­wie in ge­rin­ge­rem Um­fang Trachy­te vom Dra­chen­fels und Ba­sal­te vom Mit­tel­rhein. Zu den Schiffs­la­dun­gen für die neue Stadt­be­fes­ti­gung ge­hör­te auch Brannt­kalk zur Her­stel­lung von Kalk­mör­tel, der un­ge­löscht in Holz­fäs­sern ver­han­delt wur­de. In gro­ßem Maß­stab pro­du­zier­te man Brannt­kalk in den Ei­feler Kalk­mul­den na­he der Erft. Zu den ein­ge­führ­ten Bau­stof­fen zähl­ten selbst­ver­ständ­lich auch Bau­höl­zer: Ei­chen aus dem nä­he­ren oder wei­te­ren Um­land der CCAA und Tan­nen aus dem Schwarz­wald, viel­leicht auch den Vo­ge­sen. Die Stäm­me der Tan­nen wur­den vom Ober­rhein bis an ih­ren Ziel­ort ge­flö­ßt und am Köl­ner Rhein­ufer zu­ge­sägt, wie hier ge­fun­de­ne Ab­fall­pro­duk­te des Werk­vor­gangs, die so ge­nann­ten Schwar­ten, be­le­gen. Grau­wa­cke-Hand­qua­der wur­den vor Ort für das auf­ge­hen­de Schal­mau­er­werk zu­ge­schla­gen. Die Rhein­aue war zur Zeit des rö­mi­schen Stadt­mau­er­baus so­wohl An­lan­de­platz für Trans­port­schif­fe als auch Groß­bau­stel­le. Aus lo­gis­ti­schen Grün­den wird man an­neh­men dür­fen, dass man zu­erst die drei Land­sei­ten der Stadt­mau­er er­rich­te­te, be­vor man ge­gen En­de der Bau­maß­nah­me das un­re­gel­mä­ßi­ge Mau­er­ge­viert an der Rhein­sei­te schloss.

Schematische Rekonstruktionsversuche der feldseitigen Fassade des römischen Nordtores. (nach Böhm / Bohnert 2003, S. 373 Abb. 1; J. Lauer / A. Schäfer 2014, S. 18)

 

9. Ein Großbauprojekt entlang dem Rhein

Zur Gro­ßar­tig­keit (ma­gni­fi­cen­tia) des rö­mi­schen Stadt­pro­spek­tes von Köln trug im be­son­de­ren Ma­ße die Neu­ge­stal­tung der Bau­in­seln bei, die di­rekt an die rhein­sei­ti­ge Stadt­mau­er an­grenz­ten.[31] An die­ser Stel­le wür­de es zu weit füh­ren, dies im De­tail dar­zu­le­gen. Her­aus­zu­stel­len ist, dass der Be­zirk der ka­pi­to­li­ni­schen Tri­as, der nörd­lich an­gren­zen­de Sa­kral­be­zirk mit ei­nem Rund­tem­pel, die in der Mit­te der Rhein­front ge­le­ge­ne Platz­an­la­ge und das an­schlie­ßen­de Prä­to­ri­um am En­de des 1. Jahr­hun­derts ar­chi­tek­to­nisch um­ge­stal­tet wor­den sind. Die Er­rich­tung der Stadt­mau­er ging mit der Neu­ge­stal­tung der rhein­sei­ti­gen Bau­in­seln ein­her, so dass von ei­nem städ­ti­schen Groß­bau­pro­jekt in der Re­gie­rungs­zeit von Kai­ser Do­mi­ti­an zu spre­chen ist.

Wäh­rend die Maß­nah­me zeit­lich re­la­tiv gut ein­zu­gren­zen ist, lie­gen kei­ne ein­deu­ti­gen Hin­wei­se auf die Her­kunft der Bau­trupps vor. Da es sich um ein öf­fent­li­ches Un­ter­neh­men der Ko­lo­nie han­del­te, wird man zu gro­ßen An­tei­len auf ei­ne städ­ti­sche Fi­nan­zie­rung schlie­ßen dür­fen. Zu den Ar­beits­kräf­ten kom­men ne­ben den Bür­gern auch Lohn­ar­bei­ter, Skla­ven, aber auch Bau­ve­xil­la­tio­nen des am Rhein sta­tio­nier­ten rö­mi­schen Hee­res in Fra­ge. Ins­be­son­de­re ist an ei­nen Ar­chi­tek­ten aus dem Stab der nie­der­ger­ma­ni­schen Hee­res­lei­tung zu den­ken, der ei­gens mit der Bau­pla­nung be­auf­tragt wur­de. 

Dass das Mi­li­tär mit ho­her Wahr­schein­lich­keit lo­gis­ti­sche Un­ter­stüt­zung beim Stadt­mau­er­bau leis­te­te, wird durch die ver­wen­de­ten Ge­stei­ne na­he­ge­legt.[32] So wur­de Tuff­stein seit au­gustei­scher Zeit in hee­res­ei­ge­nen Stein­brü­chen in der Re­gi­on des Laa­cher Sees ge­won­nen. Auf ei­ne mi­li­tä­ri­sche Er­schlie­ßung ging auch der Trachytab­bau im Sie­ben­ge­bir­ge zu­rück, der nach der Mit­te des 1. Jahr­hun­derts in­ten­siv be­trie­ben wur­de. Ent­spre­chen­de Hin­wei­se auf ei­ne mi­li­tä­ri­sche Trä­ger­schaft lie­gen für die Kalk­stein­brü­che an der Mo­sel, ge­nau­er am west­li­chen Tal­hang bei Nor­roy-lès-Pont-à-Mous­son vor. So­wohl der Ab­bau der Ge­stei­ne als auch ihr Trans­port konn­te vom Mi­li­tär ge­tra­gen wer­den. Die rö­mi­sche Rhein­flot­te, die Clas­sis Ger­ma­ni­ca, führ­te selbst Stein­lie­fe­run­gen auf ih­ren Schif­fen durch, wor­auf in­schrift­li­che Zeug­nis­se schlie­ßen las­sen.

In der Zu­sam­men­schau ist es sehr wahr­schein­lich, dass das Groß­bau­pro­jekt der CCAA, der Bau der Stadt­mau­er und die da­mit ein­her­ge­hen­de Um­ge­stal­tung der städ­ti­schen Rhein­front, we­sent­lich von der Lo­gis­tik des rö­mi­schen Mi­li­tärs un­ter­stützt wor­den ist. Da­für be­durf­te es si­cher­lich ei­nes Auf­trags der mi­li­tä­ri­schen Füh­rung. Der Ober­be­fehls­ha­ber des nie­der­ger­ma­ni­schen Li­mes­ab­schnitts wird ein solch um­fas­sen­des Kom­man­do mit dem rö­mi­schen Kai­ser ab­ge­stimmt ha­ben. Zu je­ner Zeit war das Do­mi­ti­an, der von 81–96 n. Chr. das rö­mi­sche Reich lenk­te. Mög­li­cher­wei­se ging die In­itia­ti­ve so­gar auf ihn selbst zu­rück, da un­ter sei­ner Herr­schaft das rö­mi­sche Köln zur Pro­vinz­haupt­stadt von Nie­der­ger­ma­ni­en er­ho­ben wur­de. Au­ßer der Fi­nan­zie­rung der Bau­maß­nah­me durch die Stadt kommt da­her ei­ne di­rek­te För­de­rung des Kai­sers in Be­tracht. 

10. Sicherung der Rheinvorstadt in der Spätantike

Seit dem Stadt­mau­er­bau in der Re­gie­rungs­zeit von Do­mi­ti­an ver­folg­te man ver­mut­lich den Plan, durch ei­ne Auf­fül­lung des ste­tig ver­lan­den­den Sei­ten­arms die Rhein­in­sel land­fest zu ma­chen.[33] Der Ha­fen soll­te sich nicht mehr wie in der Früh­zeit des rö­mi­schen Köln im Be­reich des Rhein­ne­ben­arms, son­dern an der Ost­sei­te der ehe­ma­li­gen Rhein­in­sel am of­fe­nen Strom be­fin­den. Ei­ne Kai­mau­er aus schwe­ren Ei­chen­pfäh­len, die im öst­li­chen Teil der Bau­gru­be der Phil­har­mo­nie 1980 aus­ge­gra­ben wur­de, spricht für ei­ne Ver­le­gung des Ha­fen­be­triebs spä­tes­tens um 140 n. Chr.[34] In der Fol­ge wur­de die Rhein­vor­stadt wei­ter aus­ge­baut.

Als in spät­an­ti­ker Zeit in­fol­ge von Ger­ma­nen­ein­fäl­len die Rhein­gren­ze im­mer un­si­che­rer wur­de, be­fes­tig­te man die Rhein­vor­stadt der Co­lo­nia Agrip­pi­na mit Schen­kel­mau­ern an der Nord- und Süd­sei­te.[35] In der süd­li­chen Schen­kel­mau­er gab es 25 Me­ter nord­west­lich des Fil­zen­gra­bens ein 989 erst­ma­lig ur­kund­lich er­wähn­tes Tor – die ‚Korn­pfor­te‘ (por­ta fru­men­ti) –, das ver­mut­lich auf spät­rö­mi­sche Zeit zu­rück­geht. Von der nörd­li­chen Schen­kel­mau­er wur­den in der Aus­gra­bung an der Phil­har­mo­nie Pfahl­ros­te und Fun­da­men­tie­run­gen aus wie­der­ver­wen­de­ten Blö­cken von Grab­denk­mä­lern fest­ge­stellt.

Detail eines translozierten Stadtmauerabschnitts an der sogenannten Hafenstraße am Römisch-Germanischen Museum. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Foto: A. Schäfer)

 

Die Si­che­rung des Ha­fens durch Schen­kel­mau­ern, die das Ge­län­de nur seit­lich, aber nicht in der Front ab­schlie­ßen, äh­nelt den be­fes­tig­ten Schiffs­län­den des 4. Jahr­hun­derts am Rhein, aber auch der äl­tes­ten Pha­se des Köl­ner Ha­fens im frü­hen 1. Jahr­hun­dert n.Chr. mit den bei­den, vor­ge­scho­be­nen Be­fes­ti­gungs- bzw. Hafen­tür­men. In wel­chem Zeit­raum die­se bau­li­che Maß­nah­me ge­nau statt­ge­fun­den hat, ist bis­her nicht er­wie­sen. Viel­leicht fand dies im Zu­sam­men­hang des Baus von Kas­tell Di­vi­tia am ge­gen­über­lie­gen­den Rhein­ufer ge­gen 308-315 n. Chr. statt. So­wohl für den rechts­rhei­ni­schen als auch den links­rhei­ni­schen Brü­cken­kopf wird man ei­ne bau­li­che Si­che­rung er­war­ten dür­fen. In der Spät­an­ti­ke soll­te der lang­ge­streck­te Rhein­ha­fen wie in der Früh­zeit der rö­mi­schen Stadt von vor­ge­scho­be­nen Be­fes­ti­gun­gen flan­kiert wer­den, die wahr­schein­lich bis an das Rhein­ufer reich­ten. Ein der­ar­ti­ges Si­che­rungs­kon­zept ba­sier­te letzt­lich auf der To­po­gra­fie der rö­mi­schen Ha­fen­stadt. Trotz bau­li­cher Er­neue­run­gen und Er­wei­te­run­gen der rö­mi­schen Stadt­mau­ern von Köln lie­gen kla­re Kon­ti­nui­tä­ten vor, de­ren Ur­sprün­ge bis auf die au­gustei­sche Grün­dungs­pha­se zu­rück­ge­hen.[36] 

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Trier, Mar­cus, Die Köl­ner Stadt­be­fes­ti­gung im Mit­tel­al­ter und in der frü­hen Neu­zeit, in: Glä­ser, Man­fred (Hg.), Lü­be­cker Kol­lo­qui­um zur Stadt­ar­chäo­lo­gie im Han­se­raum VII: Die Be­fes­ti­gun­gen, Lü­beck 2010, S. 535-552. 

Trier, Mar­cus, Fluss­han­del und Rhein­ha­fen im rö­mi­schen und früh­mit­tel­al­ter­li­chen Köln, in: Schäf­ke, Wer­ner (Hg.), Ha­fen­stadt Köln, Köln 2012, S. 37-75.

Köln im 4. Jahrhundert n. Chr. (Römisch-Germanisches Museum Köln/Digitalisierung P. Fleischer)

 
Anmerkungen
  • 1: Hellenkemper 2007.
  • 2: Höpken/Liesen 2013; Schäfer 2016.
  • 3: Dietmar/Trier 2006; Trier 2012.
  • 4: Gerlach/Fischer/Meurers-Balke/Mirschenz [u.a.] 2019.
  • 5: Bracker 1974; Bracker-Wester 1980.
  • 6: Thomas 1999, S. 942; Irmler 2005; Spiegel 2006, S. 20; Schäfer 2019, S. 68.
  • 7: Obgleich dieses Schmuckdetail wohl aufgrund eines Hochwasserereignisses nicht vollständig ausgeführt werden konnte, ist das Ubiermonument keineswegs als unfertig ansprechen. Das Turmmonument ist, soweit man es aufgrund des Erhaltungszustandes beurteilen kann, nahezu vollendet worden. Seine Funktionalität war zweifelsfrei gegeben.
  • 8: Irmler 2005, S. 19 Tafel 8.
  • 9: Vgl. Neu 1995, S. 17.
  • 10: Schäfer 2019, S. 73.
  • 11: Schultze/Steuernagel 1895, S. 15 Tafel 1; Irmler 2005, S. 10.
  • 12: Lauer/Schäfer 2014.
  • 13: Bracker 1974, S. 124.
  • 14: Spiegel 2006, S. 18-19.
  • 15: Fundbericht Römisch-Germanisches Museum Köln 54.22; Spiegel 2006, S. 19.
  • 16: Doppelfeld 1979, S. 32-33; Süßenbach 1981, S. 34-35.
  • 17: Cleary 2003.
  • 18: Schäfer 2012; Schäfer 2014; Schäfer 2017.
  • 19: Grundlegend bleiben die Arbeiten von Doppelfeld 1950.
  • 20: Rossa/Schäfer/Steiniger 2015.
  • 21: Doppelfeld 1950.
  • 22: Bonetto 1998.
  • 23: Böhm/ Bohnert 2003, S. 394 Abb. 10; Lauer/Schäfer 2014.
  • 24: Spiegel 2006, S. 9-16.
  • 25: Bracker-Wester 1980, S. 508-523.
  • 26: Zusammenfassend Schäfer 2019, S. 70.
  • 27: Petrikovits 1950, S. 127.
  • 28: Schmidt/Frank 2012, S. 48-50.
  • 29: Back 1990.
  • 30: Schäfer 2014, S. 127-132.
  • 31: Schäfer 2017.
  • 32: Schäfer 2014, S. 137-138.
  • 33: Kempken/Nehren 2012, S. 42.
  • 34: Dodt/Schäfer 2019, S. 166-172.
  • 35: Dodt/Schäfer 2019, S. 173-174.
  • 36: Vgl. die historischen Überlegungen von Eck 2014.
Zitationshinweis

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Schäfer, Alfred, Die römischen Stadtmauern von Köln. Zeichen einer dynamischen Stadtentwicklung, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-roemischen-stadtmauern-von-koeln.-zeichen-einer-dynamischen-stadtentwicklung/DE-2086/lido/62398769204205.46644669 (abgerufen am 29.09.2022)