Vest Recklinghausen

Das Schloss Herten, Sitz der kurkölnischen Statthalter, Lithographie von Alexander Duncker, 19. Jahrhundert. (Digitale Sammlung Duncker)

Bezeichnung und Vorgeschichte

Im Mit­tel­nie­der­deut­schen taucht der vor­nehm­lich für West­fa­len über­lie­fer­te Ter­mi­nus „vest(e)“ im ju­ris­tisch-ad­mi­nis­tra­ti­ven Sprach­ge­brauch auf. Der Be­griff Vest, der auch für Lü­den­scheid, Gum­mers­bach, Ha­gen und Schwelm spo­ra­di­sche Be­le­ge auf­weist, spricht da­bei auf ei­nen Ge­richts­be­zirk, ei­nen Ju­ris­dik­ti­ons­spren­gel an, der spä­ter auch im all­ge­mei­nen Sin­ne ei­nes Ver­wal­tungs­di­strik­tes ver­stan­den wur­de. Ur­kun­den des 13. und frü­hen 14. Jahr­hun­derts be­zeich­nen das Vest Reck­ling­hau­sen zu­nächst als iu­di­ci­um; __1336 taucht in ei­ner ge­gen Grenz­ver­let­zun­gen im Raum Dins­la­ken ge­rich­te­ten kle­vi­schen Kla­ge­schrift erst­ma­lig die For­mu­lie­rung ves­te van Reke­ly­chu­sen auf.

Be­reits im Lau­fe des 8. Jahr­hun­derts hat­te sich die Lip­pe zur De­mar­ka­ti­ons­li­nie für köl­ni­sche Mis­si­ons­ein­flüs­se im Sü­den und sol­chen aus Ut­recht und Müns­ter nörd­lich da­von ent­wi­ckelt, seit 794 zähl­te das (spä­te­re) Vest Reck­ling­hau­sen zum Ein­zugs­be­reich de­s Erz­bis­tums Köln. Die Köl­ner Kir­che wies spä­tes­tens seit dem 11. Jahr­hun­dert auch ein­zel­ne grund­herr­schaft­li­che Rech­te und Be­sit­zun­gen im Um­kreis der Pfar­rei St. Pe­ter in Reck­ling­hau­sen auf, wäh­rend die – ins­be­son­de­re von den Gra­fen von Werl be­ein­fluss­ten – welt­li­chen Macht­ver­hält­nis­se im Em­scher-Lip­pe-Raum vor dem 12. Jahr­hun­dert kaum in Ein­zel­hei­ten er­kenn­bar sind.

Territoriale, kirchenpolitische und wirtschaftliche Entwicklung

Ei­ne flä­chen­de­cken­de po­li­ti­sche Herr­schaft der Köl­ner Kir­che über das Vest ent­fal­te­te sich erst im Zu­ge der Zer­tei­lung des säch­si­schen ‚Gro­ßher­zog­tums’ Hein­richs des Lö­wen im Jah­re 1180, wo­durch die Köl­ner Erz­bi­schö­fe den west­fä­li­schen Du­kat für sich in An­spruch neh­men konn­ten. Schon zwei Jah­re zu­vor (1178) war dem Erz­bi­schof Phil­ipp von Heins­berg durch päpst­li­ches Pri­vi­leg die Ho­heit über die west­fä­li­schen Go­ge­rich­te zu­ge­spro­chen wor­den, die Köl­ner Kir­che konn­te auf die­ser Grund­la­ge gräf­li­che Rech­te nebst de­ren Hoch­ge­richts­kom­pe­ten­zen auch im Raum Reck­ling­hau­sen an sich zie­hen.

Der Aus­bau des wer­den­den Ter­ri­to­ri­ums zwi­schen Em­scher und Lip­pe, das auch ei­ne ei­ge­ne Mi­nis­te­ria­li­tät her­vor­brach­te, voll­zog sich in der ers­ten Hälf­te des 13. Jahr­hun­derts. In den Pon­ti­fi­ka­ten Hein­richs von Müllen­ark un­d Kon­rads von Hoch­sta­den kam es zu den bei­den Stadt­grün­dun­gen (op­pi­da) Reck­ling­hau­sen (1236) und Dors­ten (1251). Hin­zu tra­ten im 14. Jahr­hun­dert die Frei­hei­ten Buer und Horst (bei­de heu­te Stadt Gel­sen­kir­chen). Seit et­wa 1400 war das Vest Reck­ling­hau­sen ei­ne kur­k­öl­ni­sche Ex­kla­ve, de­ren Gren­zen zwi­schen Os­ter­feld (heu­te Stadt Ober­hau­sen), Sterk­ra­de (heu­te Stadt Ober­hau­sen), Bot­trop, Kirch­hel­len (heu­te Stadt Bot­trop) so­wie dem so­ge­nann­ten Köll­ni­schen Wald im Wes­ten und Waltrop im Os­ten la­gen, wo vor Men­ge­de (heu­te Stadt Dort­mund) und Bram­bau­er (heu­te Stadt Lü­nen) das Ter­ri­to­ri­um der Reichs­stadt Dort­mund er­reicht war. Die Zer­rüt­tung der erz­stif­ti­schen Fi­nan­zen im Epis­ko­pat Erz­bi­schofs Diet­rich von Mo­ers (1414–1463) führ­te 1444 zur Ver­pfän­dung des Ves­tes an die Gra­fen von Ge­men be­zie­hungs­wei­se Schaum­burg-Hol­stein, aus de­ren Pfand­be­sitz es erst 1576 wie­der ge­löst wur­de. Mit dem 15. Jahr­hun­dert wur­de das Vest Reck­ling­hau­sen, das auch in die Äm­ter­ver­fas­sung der köl­ni­schen Ter­ri­to­ri­en in­te­griert war, Teil des rhei­ni­schen Erz­stif­tes; die ves­ti­schen Land­stän­de tra­ten 1515 förm­lich der rhei­ni­schen Er­b­lan­des­ver­ei­ni­gung bei.

Vest Recklinghausen, Ausschnitt aus der Karte 'Territorien im Rheinland 1789', Bonn 2010. (LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte)

 

Re­for­ma­to­ri­sche Ein­flüs­se blie­ben von An­fang an so ge­ring, dass das Vest schon ab den 1520er Jah­ren ein kon­sis­ten­tes kur­k­öl­nisch-ka­tho­li­sches Klein­ter­ri­to­ri­um und da­mit Teil der Ger­ma­nia sa­cra blieb: Die na­tur­räum­li­che „In­sel­la­ge“ in­mit­ten brei­ter – bis ins spä­te 19. Jahr­hun­dert na­he­zu un­be­sie­del­ter – Bruch­land­schaf­ten an Em­scher und Lip­pe (zu­gleich die Grenz­flüs­se zur Graf­schaft Mark be­zie­hungs­wei­se zu­m Reichs­stift Es­sen im Sü­den so­wie zum Fürst­bis­tum Müns­ter im Nor­den), die da­durch ver­ur­sach­te Ver­kehrs­ar­mut, die un­ter­ent­wi­ckel­te Ur­ba­ni­tät, wel­che den kom­mu­na­len Strang der frü­hen Re­for­ma­ti­on nicht auf­kom­men ließ, das Feh­len re­form­ori­en­tier­ter Kol­le­gi­at­stif­te und Kon­ven­te in den bei­den Städ­ten so­wie der do­mi­nie­ren­de theo­lo­gi­sche Ein­fluss des Köl­ner Buch­drucks und der Köl­ner Uni­ver­si­tät auf den ves­ti­schen Sä­ku­lark­le­rus wa­ren die wich­tigs­ten Fak­to­ren für das Wei­ter­be­ste­hen über­kom­me­ner Bin­dun­gen an die Köl­ner Kir­che.

Ton­an­ge­bend für re­li­giö­ses Le­ben und Spi­ri­tua­li­tät blie­ben Fran­zis­ka­ner, Au­gus­ti­nes­sen und in­di­vi­du­el­le Stif­tungs­fröm­mig­keit vor­nehm­lich in den bei­den Stadt­pfar­rei­en. Ei­ne 1569 un­ter Erz­bi­schof Sa­len­tin von Isen­burg durch­ge­führ­te Vi­si­ta­ti­on – die ein­zi­ge, die in den rechts­rhei­ni­schen Ter­ri­to­ri­en des Köl­ner Kur­staa­tes durch­ge­führt wur­de – do­ku­men­tier­te in der Glau­bens­pra­xis und beim Landkle­rus ei­ni­ge pro­to-re­for­ma­to­ri­sche Be­fun­de, die je­doch kei­nen Be­stand hat­ten. 1577, im Zu­ge der ge­gen­re­for­ma­to­ri­schen Kon­so­li­die­rung des Erz­bis­tums Köln, er­hielt das Vest ei­ne neue land- und ver­fas­sungs­recht­li­che Grund­la­ge in Ge­stalt des Sa­len­ti­ni­schen Re­zes­ses, der bis 1802 gül­tig blieb. Der Köl­ner Krieg be­scher­te Stadt und Vest Reck­ling­hau­sen 1584 Kämp­fe zwi­schen truch­ses­si­schen und baye­risch-spa­ni­schen Trup­pen.

Das Schloss Herten, Sitz der kurkölnischen Statthalter, Lithographie von Alexander Duncker, 19. Jahrhundert. (Digitale Sammlung Duncker)

 

Zum wich­tigs­ten Stütz­punkt der Lan­des­herr­schaft, die durch ei­nen ade­li­gen Statt­hal­ter auf Schloss Her­ten re­prä­sen­tiert war, ent­wi­ckel­te sich in der Frü­hen Neu­zeit die Ober­kell­ne­rei Hor­ne­burg als Sitz des kur­k­öl­ni­schen Fis­kus, wo 1660 ein La­ger­buch al­ler grund­herr­schaft­li­cher Ein­künf­te­quel­len an­ge­legt wur­de. Auch kir­chen­po­li­tisch ver­fes­tig­ten sich die Struk­tu­ren: 1612, un­ter Erz­bi­schof-Kur­fürst Fer­di­nand von Bay­ern, for­mier­te sich das mit or­ga­ni­sa­to­ri­schen Son­der­rech­ten aus­ge­stat­te­te so­ge­nann­te com­mis­sa­ri­a­tus Vesta­nus, das hei­ßt ein dem Köl­ner Ge­ne­ral­vi­ka­ri­at un­mit­tel­bar un­ter­stell­ter Rest- und Rumpfspren­gel des um 1570 un­ter­ge­gan­gen De­ka­nats Dort­mund.

Die strin­gen­te Kon­fes­sio­na­li­sie­rung des Ves­tes ging mit ver­stärk­ten He­xen­ver­fol­gun­gen ein­her; da­bei ha­ben im rhei­nisch-west­fä­li­schen Raum die kur­fürst­li­chen Ge­rich­te in Dors­ten und Reck­ling­hau­sen im spä­ten 16. Jahr­hun­dert als Hoch­bur­gen die­ser be­son­de­ren Straf­jus­tiz zu gel­ten. 1615 wur­de das Fer­di­nandei­sche Re­li­gi­ons­edikt auch im Vest Reck­ling­hau­sen in Kraft ge­setzt, des­sen po­li­ti­sche und kirch­li­che Gren­zen nun de­ckungs­gleich wa­ren. Die Eta­blie­rung von Fran­zis­ka­ner-Ob­ser­van­ten in Reck­ling­hau­sen in der zwei­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts führ­te zu wei­te­rer ge­gen­re­for­ma­to­ri­scher Kon­so­li­die­rung im Be­reich Schul­we­sen, Seel­sor­ge und hö­he­rer Bil­dung. Ins­be­son­de­re an der Em­scher bil­de­te sich im 17. Jahr­hun­dert ei­ne ein­schnei­den­de Kon­fes­si­ons­gren­ze ge­gen­über der bran­den­bur­gi­schen Graf­schaft Mark.

Dors­ten und Reck­ling­hau­sen, seit 1557 for­mell Dort­mun­der Bei­städ­te im west­fä­li­schen Han­se­quar­tier, ver­harr­ten bis an die Schwel­le der In­dus­tria­li­sie­rung auf dem Ent­wick­lungs­stand von so­ge­nann­ten Acker­bür­ger­städ­ten. Lo­ka­le Mün­ze­mis­sio­nen ins­be­son­de­re des 13. und 17. Jahr­hun­derts (Den­a­re, Wei­ßp­fen­ni­ge, Stüber) blie­ben ge­gen­über der dau­er­haf­ten Do­mi­nanz Köl­ner, Dort­mun­der und Müns­te­ri­scher Prä­gun­gen spo­ra­disch. Das Vest Reck­ling­hau­sen ein­schlie­ß­lich sei­ner Un­ter­herr­schaf­ten Horst und West­er­holt (heu­te Stadt Her­ten) blieb bis zum Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts agra­risch-klein­bäu­er­lich ge­prägt und wur­de vom Auf­stieg des Ruhr­berg­baus nicht er­fasst. Das städ­ti­sche Ge­wer­be pro­du­zier­te vor­nehm­lich für re­gio­na­le Ab­satz­märk­te. Der so­ge­nann­te. Gah­le­ner Koh­len­weg ver­band ab cir­ca 1770 auf preu­ßi­sches Be­trei­ben das mär­ki­sche Stein­koh­len­re­vier bei Hat­tin­gen über Weit­mar (heu­te Stadt Bo­chum) und Ei­ckel (heu­te Stadt Her­ne) mit dem kle­vi­schen Gah­len (heu­te Ge­mein­de Scherm­beck), ei­nem Grenz- und Ha­fen­ort am Un­ter­lauf der Lip­pe. Die­se Stra­ßen­ver­bin­dung und die Lip­pe-Schiff­fahrt als sol­che brach­ten im spä­ten 18. Jahr­hun­dert das so­ge­nann­te Nie­der­vest um Dors­ten mit über­re­gio­na­len Wirt­schafts­be­zie­hun­gen in Be­rüh­rung.

Säkularisation und Untergang

1794/1795 tra­ten Max Franz von Ös­ter­reich , letz­ter Köl­ner Kur­fürst und Erz­bi­schof, so­wie der kur­k­öl­ni­sche Hof­rat vor an­rü­cken­den fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­ons­hee­ren über Dors­ten und Reck­ling­hau­sen den Rück­zug ins Her­zog­tum West­fa­len an. Nach staats­recht­li­chem Un­ter­gang Kur­k­ölns 1802/1803 im Zu­ge der Sä­ku­la­ri­sa­ti­on über­nah­men die Her­zö­ge von Aren­berg in un­ver­än­der­ten Gren­zen die Lan­des­ho­heit über das Vest Reck­ling­hau­sen, das in kar­to­gra­phi­schen und di­plo­ma­ti­schen Do­ku­men­ten um 1800 meist als „Graf­schaf­t“ oder Com­té (de) Re(c)kling­hau­sen be­zeich­net wur­de. Den Reichs­fürs­ten von Aren­berg wa­ren auf dem Re­gens­bur­ger Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss rechts­rhei­nisch ge­le­ge­ne Ent­schä­di­gungs­lan­de für die voll­stän­di­gen Ge­biets­ver­lus­te in Wal­lo­ni­en und in der Nord­ei­fel zu­ge­spro­chen wor­den; ab 1803 er­folg­te sei­tens der Aren­ber­ger die Ver­mö­gens­sä­ku­la­ri­sa­ti­on der meis­ten geist­li­chen In­sti­tu­te.

Syn­di­kus des Hau­ses Aren­berg für staats- und or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Be­lan­ge im Vest Reck­ling­hau­sen war ab Herbst 1802 der ehe­ma­li­ge kur­k­öl­ni­sche Hof­rat Hein­rich Gott­fried Wil­helm Da­ni­els. Na­po­leo­nisch be­ein­fluss­te Re­form­ge­setz­ge­bung und die Zu­ge­hö­rig­keit des Her­zog­tums Aren­berg-Reck­ling­hau­sen zum Rhein­bund ab 1806 zo­gen recht­li­che, ad­mi­nis­tra­ti­ve und so­zia­le Mo­der­ni­sie­run­gen nach sich – erst­mals seit Be­ginn des 17. Jahr­hun­derts lie­ßen sich Pro­tes­tan­ten und Ju­den wie­der zwi­schen Em­scher und Lip­pe nie­der. An­fang 1811 wur­de das Her­zog­tum Aren­berg-Reck­ling­hau­sen vom Gro­ßher­zog­tum Berg an­nek­tiert und war mit kaum mehr als 30.0000 Ein­woh­nern nur mehr ein Kan­ton im Ar­ron­dis­se­ment Es­sen (Dé­par­te­ment Ruhr). Nach En­de des Gro­ßher­zog­tums Berg im No­vem­ber 1813 und nach preu­ßi­scher In­te­rims­ver­wal­tung ging das vor­ma­li­ge Vest Reck­ling­hau­sen, im Nord­wes­ten er­wei­tert um das Ge­biet der ehe­ma­li­gen Herr­lich­keit Lem­beck, im Au­gust 1816 als neu ge­grün­de­ter preu­ßi­scher Kreis an den Re­gie­rungs­be­zirk Müns­ter und die Pro­vinz West­fa­len über.

Nachleben

Letz­te his­to­ri­sche Bin­dun­gen der Em­scher-Lip­pe-Re­gi­on an die Köl­ner Kir­che lös­ten sich erst in den 1820er Jah­ren: Durch Neu­ge­stal­tung der Diö­ze­san­gren­zen in den Län­dern des Kö­nig­reichs Preu­ßen auf Grund­la­ge der päpst­li­chen Bul­le „De sa­lu­te ani­ma­rum“ (1821) ver­lor das (wie­der­her­ge­stell­te) Erz­bis­tum Köln sei­ne räum­li­che Zu­stän­dig­keit öst­lich der Rhein­pro­vinz: Der „Com­mis­sa­ri­at Reck­ling­hau­sen“ wech­sel­te da­her 1823 zum neu­en Bis­tum Müns­ter und blieb ab 1825 als Land­de­ka­nat Reck­ling­hau­sen als ei­ge­ne kirch­li­che Ver­wal­tungs­ein­heit be­ste­hen. Wäh­rend über wei­te Stre­cken des 19. Jahr­hun­derts die alt­ein­ge­ses­se­ne Be­zeich­nung Vest Reck­ling­hau­sen au­ßer Ge­brauch kam, re­vi­ta­li­sier­te sich die­ser Tra­di­ti­ons­be­griff ab 1890 durch die ört­li­che Hei­mat­schutz­be­we­gung nach­hal­tig, die sich der durch­grei­fen­den Über­for­mung der Re­gi­on durch die Mon­tan­in­dus­trie ent­ge­gen­stell­te. Von dort aus ent­stan­den im Lau­fe des 20. Jahr­hun­derts re­gio­nal­ty­pi­sche Be­zeich­nun­gen wie Ves­ti­sche Zeit­schrift, Ves­ti­sches Mu­se­um, Stadt- und Ves­ti­sches Ar­chiv und Ves­ti­sche Stra­ßen­bah­nen GmbH, die sich bis heu­te auf zahl­rei­che an­de­re In­sti­tu­tio­nen, Ver­an­stal­tun­gen, Ver­ei­ne und Kor­po­ra­tio­nen aus­ge­dehnt ha­ben.

Quellen (Auswahl)

Scot­ti, J[ohann] J[osef] (Hg.), Samm­lung der Ge­set­ze und Ver­ord­nun­gen, wel­che in dem vor­ma­li­gen Chur­fürs­ten­thum Cöln (im rhei­ni­schen Erz­stif­te Cöln, im Her­zog­t­hum West­pha­len und im Ves­te Reck­ling­hau­sen) über Ge­gen­stän­de der Lan­des­ho­heit, Ver­fas­sung, Ver­wal­tung und Rechts­pfle­ge er­gan­gen sind, Abt. 1-2 in 5 Tei­len, Düs­sel­dorf 1830-1831, ab­ruf­bar un­ter: https-blank://nbn-re­sol­ving.de/urn:nbn:de:hbz:5:1-44 (Stand: 5.6.2019)

Litaratur

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Heinz Fin­ger, Das kur­k­öl­ni­sche Vest Reck­ling­hau­sen und sei­ne Be­zie­hun­gen zu Dom­propst und Dom­ka­pi­tel im Zeit­al­ter von Re­for­ma­ti­on und Ka­tho­li­scher Re­form, in: An­na­len des His­to­ri­schen Ver­eins für den Nie­der­rhein ins­be­son­de­re das al­te Erz­bis­tum Köln 212 (2009), S. 203-233.
Kor­des, Mat­thi­as, La­te­ran 1178 und Geln­hau­sen 1180. Zur no­mi­nel­len Herr­schafts­über­nah­me West­fa­lens und des Em­scher-Lip­pe-Rau­mes durch den Köl­ner Erz­bi­schof Phil­ipp I. von Heins­berg, in: Haas, Rei­mund (Hg.), Fi­at Vol­un­tas tua.
Fest­schrift zum 65. Ge­burts­tag von Harm Klu­e­ting am 23. März 2014, Müns­ter 2014, S. 531-545.
Kor­des, Mat­thi­as, Vom Com­mis­sa­ri­a­tus Vesta­nus zum De­ka­nat Reck­ling­hau­sen.
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Kor­des, Mat­thi­as, Die Re­for­ma­ti­ons­zeit im kur­k­öl­ni­schen Vest Reck­ling­hau­sen – Ein west­fä­li­sches Klein­ter­ri­to­ri­um in ka­tho­li­scher Resi­li­enz, in: Geck, Al­brecht (Hg.), Das Drei­fach­ju­bi­lä­um im Evan­ge­li­schen Kir­chen­kreis Reck­ling­hau­sen. 500 Jah­re Re­for­ma­ti­on – 200 Jah­re Preu­ßi­sche Uni­on – 110 Jah­re Evan­ge­li­scher Kir­chen­kreis Reck­ling­hau­sen, Müns­ter 2018, S. 17-46.
Pät­zold, Ste­fan, Orts­be­stim­mung: Reck­ling­hau­sen in den Ge­bots­be­rei­chen des Adels in West­fa­len, des säch­si­schen Her­zogs und des Köl­ni­schen Erz­bi­schofs wäh­rend des 11. Jahr­hun­derts, in: Ves­ti­sche Zeit­schrift 107 (2018/19), S. 5-28 (im Druck).
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Schloss Horneburg in Datteln, ehemaliger Sitz der kurkölnischen Kellnerei, 2014. (Stahlkocher via Wikimedia / CC BY-SA 3.0)

 
Zitationshinweis

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Kordes , Matthias, Vest Recklinghausen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: http://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/vest-recklinghausen/DE-2086/lido/5ca73649d2eb62.59697228 (abgerufen am 22.07.2019)